E-Mail-Schreiber warnt vor Hamer-Stammtischen

In Bitzfeld treffen sich einmal pro Monat Anhänger einer alternativen Heilform, der Neuen Germanischen Medizin

Von Yvonne Tscherwitschke
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Als Scharlatan wird Hamer in den Medien bezeichnet. Einmal pro Monat treffen sich Anhänger seiner Lehren in Bitzfeld. Auch in Heilbronn gibt es eine Gruppe Interessierter. (Foto: dpa)
 Als Scharlatansekte bezeichnet der E-Mail-Schreiber Richard Maxheim die Anhänger dieser so genannten Germanischen Neuen Medizin. Außer in Bitzfeld gibt es in Heilbronn Stammtische.

Maxheim warnt vor den Lehren des Dr. Ryke Geerd Hamer, dem von Kritikern Antisemitismus vorgeworfen wird, da er der Meinung ist, „Nichtjuden würden gezwungen, die jüdische Schulmedizin zu praktizieren.“ Hamer wurde 1986 die Zulassung als Arzt wegen unterlassener ärztlicher Hilfeleistung entzogen.

Die in Öhringen wohnhafte Leiterin des Bitzfelder Stammtisches (Name der Redaktion bekannt) kennt die Biografie Hamers und die Vorwürfe, die gegen ihn erhoben werden. Die Heilpraktikerin bekam bereits im Dezember elektronische Post von Maxheim. Sie sei sehr erschüttert gewesen, sagt sie.

Vor allem der Vorwurf des Antisemitismus habe sie sehr getroffen. „So etwas lehne ich absolut ab“, beteuert sie. „Ich habe mir da nichts zu schulden kommen lassen.“ Monatlich kommen in Bitzfeld mittlerweile rund 30 an Hamers Theorien interessierte Menschen zusammen. „Anfangs waren wir zehn bis 15.“

In den Lehren Hamers hat die Thai Chi- und Qi Gong-Lehrerin das gefunden, was sie in der Schulmedizin vermisste: Die Einbeziehung der Psyche. Allein körperliche Symptome zu behandeln, das erscheint ihr zu wenig. Über zwei schwer kranke Bekannte habe sie von den Lehren Hamers erfahren, sich eingelesen und seine Theorien für gut und logisch nachvollziehbar befunden. „Ich kenne einige Leute, die sich mit dieser Form der Medizin beschäftigten und gesund wurden“, sagt die Heilpraktikerin. Offiziell aber dürfe niemand die neue Medizin praktizieren. „Man muss ja auf die Schulmedizin schwören.“

Keinen Grund zum Handeln sieht Antje Haack-Erdmann, Leiterin des Gesundheitsamts in Hohenlohe. Sie hat ebenfalls ein Schreiben bekommen und beim Sozialministerium nachgehakt. Dort gibt es über die regionalen Stammtische keine negativen Erkenntnisse.

Und solange niemand zu Schaden komme, sagt Antje Haack-Erdmann, beobachte die Behörde. Sie selbst hält nichts von Hamers Lehren. „Doch es ist das Recht von aufgeklärten Bürgern, sich selbst für oder gegen etwas zu entscheiden.“


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