Drei Kliniken, ein Konzept

Crailsheim stärken, Gaildorf erhalten, Schwäbisch Hall weiter entwickeln: Diak und Kreis Hall in einem Boot - Kontakt mit Heilbronn und Hohenlohe

Von Ralf Reichert

Drei Kliniken, ein Konzept
Diese Medizin schmeckt dem Diak und dem Kreis Hall. Landrat Gerhard Bauer und Diak-Direktor Stephan M. Zilker (oben) sowie die Klinik-Geschäftsführer Dieter Geitz und Markus Bachmann (unten) erhoffen sich viel vom Schulterschluss.

Montage: Meissner

Crailsheim stärken, Gaildorf erhalten, Schwäbisch Hall weiter entwickeln: Mit diesem Ziel wollen die Kliniken des Evangelischen Diakoniewerks und des Landkreises Schwäbisch Hall die Patientenversorgung auf sichere und wirtschaftlich gesunde Füße stellen. Das medizinische Strukturkonzept soll in sechs Monaten stehen.

Zunächst bewegen sich die Partner in den Kreisgrenzen, doch sie verlieren Heilbronn und den Hohenlohekreis nicht aus dem Blick. „Wir haben explizit vereinbart, die Gespräche über eine Kooperation mit den Heilbronner SLK-Kliniken fortzuführen und auch mit anderen potenziellen Partnern zu verhandeln“, sagt Dieter Geitz, der die Geschäfte der Haller Kreiskliniken führt.

 Ein anderer „potenzieller Partner“ ist die Hohenloher Krankenhaus GmbH, die ab 1. Januar 2007 mit Heilbronn in einer Gesundheitsholding vereint sein wird. Geschäftsführer Siegfried Egenter: „Es ist sehr erfreulich und äußerst sinnvoll, dass der Landkreis Hall und das Diak etwas zusammen gestalten. Wir begrüßen sehr, dass regional gedacht wird. Und zwar nicht kleinregional, sondern im Rahmen unserer regionalen Gesundheitsholding, die für weitere Partner offen ist.“

Auftrag Die „strategische Partnerschaft“ zwischen Diak und Landkreis Hall zielt vorerst darauf ab, die medizinischen Strukturen neu zu ordnen und nach sechs Monaten ein schlüssiges Konzept vorzulegen, das die Grund- und Notfallversorgung wohnortnah sichert. An den drei Klinik-Standorten sollen „sinnvolle Schwerpunkte“ gebildet werden. Das heißt: Nicht alles wird automatisch beim Zentralversorger Diak gebündelt. „Sekundäre Dienstleistungen“ wie Labor und Apotheke und „tertiäre Bereiche“ wie Küche und Verwaltung werden sofort „optimiert und zentralisiert“. Gleiches gilt für die Aus-, Fort- und Weiterbildung. Der Vorteil für den Kreis: Die Kliniken in Crailsheim und Gaildorf können finanziell gesunden. Der Vorteil fürs Diak: Patienten aus dem Kreis Hall steuern weiterhin den Zentralversorger „vor Ort“ an.

Das dreistufige Arbeitsprogramm wurde in den Rahmen eines Gesellschaftsvertrags gegossen, der am Donnerstag notariell besiegelt und gestern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die neue GmbH trägt den Namen „Fördergesellschaft der Krankenhausversorgung im Landkreis Schwäbisch Hall“. Die Klinik-GmbH des Diaks hält 60 Prozent der Anteile, die Krankenhaus-Gesellschaft des Haller Landkreises 40 Prozent. „Die Gründung der GmbH hat etwas Symbolhaftes“, sagt Geschäftsführer Markus Bachmann (Diak). Sein Kollege Dieter Geitz ergänzt: „Wir wollten zeigen: Das ist keine Show-Veranstaltung, wir meinen es ernst.“ Ob aus den drei GmbHs irgendwann eine wird, lässt Bachmann offen: „Man sollte den zweiten Schritt nicht vor dem ersten tun.“ Geitz wird etwas deutlicher: „Ich will nicht ausschließen, dass es eine gemeinsame GmbH geben könnte.“

Ausblick Ernst ist es Geitz nicht nur mit der kreisweiten Partnerschaft. Der Klinik-Manager denkt schon weiter: „Eine auf den Kreis Hall isolierte Lösung macht keinen Sinn in der heutigen Zeit. Wir müssen in der Region viel enger zusammenarbeiten als bisher.“ Obwohl er noch gar nicht hier war und das Gezerre um den Standort einer neuen Zentralklinik nur aus der Ferne beobachtete - Geitz outet sich als Anhänger der im November 2005 gescheiterten Lösung zwischen dem Diak und den Kreisen Hohenlohe und Hall: „Wir wären schlecht beraten, wenn wir das für die Zukunft ausschließen würden.“


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