Bürger fordern genügend Abstand

Waldenburg - Wo genau Windräder in Waldenburg stehen könnten, ist noch unklar. Die bislang offene Abstandsfrage wird einiges klären. Familie Bucka aus Goldbach fordert: mindestens 1000 Meter zur Wohnbebauung müssen es ein.

Von unserem Redakteur? Ralf Reichert
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Bio-Landwirt Michael Bucka zeigt Bürgern, wo in Waldenburg Windräder entstehen könnten. 1000 Meter Abstand zu Wohngebieten sei das mindeste.

Foto: Janßen

Waldenburg - Wo genau Windräder in Waldenburg stehen könnten, ist noch unklar. Die bislang offene Abstandsfrage wird einiges klären. Familie Bucka aus Goldbach fordert: mindestens 1000 Meter zur Wohnbebauung müssen es ein. Die Landesregierung will mehr Windräder - und hat kraft Windenergieerlass die Abstände auf mindestens 700 Metern zu Wohngebieten und 500 Meter zu Dorfmischgebieten festgelegt.

Das ist den Buckas zu wenig. Deshalb haben sie Mitstreiter um sich geschart und suchen weitere Sympathisanten: nicht nur in Obersteinbach, Tommelhardt, Sailach und Neumühle, sondern in all den Teilorten von Kupferzell und Neuenstein, die vom Bau neuer Windräder betroffen sein könnten.

Die Gruppe kritisiert das bisherige Vorgehen der drei Gemeinden. Die sind in einem Verwaltungsverband vereint, was nichts anderes heißt als: Werden die Flächennutzungspläne, wie vorgesehen, geändert, um potenzielle Standorte für Windräder auszuweisen, müssen sich alle drei Kommunen an die gleichen Abstände halten. Diese Entscheidung steht noch aus, der nächste Sitzungtermin ist offen.

Im Falle von Kupferzell etwa würden die geforderten 1000 Meter das Aus bedeuten für den geplanten Windpark zwischen Goggenbach und Rüblingen. Hier liegen die Abstände zur Wohnbebauung derzeit bei 700 bis 800 Metern.

Bürger fordern genügend Abstand

Protest am Ortsrand von Goggenbach. In Kupferzell koordiniert Karl-Heinz Karle den Widerstand von Bürgern gegen zu geringe Abstände zur Wohnbebauung.

Foto: Reichert

Das Problem ist: Entfernen sich die Rathäuser zu weit von den gesetzlich verbrieften 700 und 500 Metern, könnte ihnen eine "Verhinderungsplanung" vorgeworfen werden. Die ist aber nicht zulässig - Investoren könnten klagen, Flächennutzungspläne hinfällig werden, dem Wildwuchs wäre Tür und Tor geöffnet. Jetzt will der Gemeindeverwaltungsverband die Sachlage juristisch prüfen lassen.

Rechtsexperten sollen ebenfalls klären, ob nicht jede Kommune seine eigenen Abständen selbst festlegen kann. Genau dafür plädiert Waldenburgs Bürgermeister Markus Knobel. "Die Forderung 1000 Meter kann ich nachvollziehen" - zum Schutz und Wohl der Menschen.

Kupferzells Bürgermeister Joachim Schaaf ist da etwas anderer Meinung: "Wir wollen alle die Energiewende haben. 700 Meter stehen im Winderlass, also halte ich mich erstmal daran." Die Gefahr sei groß, dass weitere Abstände Kläger auf den Plan rufen würden. Außerdem gelte es, die Ergebnisse der artenschutzrechtlichen Untersuchungen abzuwarten: "Vielleicht regen wir uns derzeit völlig umsonst auf."

 

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