1,5 Millionen mehr für Qualifizierung und Coaching

Hohenlohe  Der Arbeitsmarkt im Hohenlohekreis bleibt stabil. Nur drei Arbeitslose weniger als im Vormonat zählte die Arbeitsagentur im Dezember, die Quote liegt weiter bei 2,9 Prozent, 950 Männer und 867 Frauen waren ohne Job.

Von unserem Redakteur Ralf Reichert
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Davon sind nur 138 unter 25 Jahre, aber 779 Menschen 50 Jahre oder älter. Nicht nur Herbst und Winter waren stabil - das gesamte Jahr war es, erklärt Stefan Gutfreund, der die Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim kommissarisch leitet.

Kehrseite

Allein im ersten Quartal sei die Zahl der Beschäftigten im gesamten Bezirk um 1,3 Prozent gestiegen - und das, obwohl Auftragslage und Auslastung vielfach nur kurzfristig kalkulierbar gewesen seien. Die Kehrseite der Medaille: Ungelernte und schlecht Qualifizierte gingen meist leer aus, sie profitieren nicht vom Aufschwung am Arbeitsmarkt. Ganz anders gut ausgebildete Frauen, die nach einer Arbeitspause wieder einsteigen (Agentur-Jargon: "stille Reserve") oder Fachkräfte aus dem Ausland. Die Zahl der Beschäftigten steigt also - ohne dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen zurückgehen würde. Sie scheitern an den Anforderungen der Firmen. "Nur in der Ausbildung sehen wir Fortschritte. Hier erhalten jetzt auch Jugendliche eine Chance, die vor drei Jahren nicht genommen worden wären."

Seit vielen Jahren versucht die Agentur, schwer Vermittelbare in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen: bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Ein Programm geht, das nächste kommt. Gutfreund: "Das Problem kann man nicht in einem Jahr lösen. Man muss über längere Zeit hart dran bleiben." Und noch mehr Geld setzen. "Wir wollen in 2014 noch einmal 1,5 Millionen Euro mehr ausgeben, um die Arbeitslosigkeit in diesem Bereich abzubauen", sagt Gutfreund. Dies gilt für die Kreise Hohenlohe, Schwäbisch Hall, Main-Tauber und Neckar-Odenwald. Qualifizierung ist das eine, Coaching das andere. Hier besteht noch Nacholbedarf, "wir wollen die Arbeitslosen noch stärker an die Hand nehmen, um sie bei alltäglichen Problemen noch besser zu begleiten". Das fängt bei der Kinderbetreuung an, geht beim Schuldenabbau weiter und hört bei der Wohnungssuche auf.

Für 2014 rechnet die Agentur mit 2800 zusätzlichen Beschäftigten im Bezirk. Die Zahl der Arbeitslosen soll im Schnitt um fünf Prozent sinken. Im Hohenlohekreis dürfte die Arbeitslosenquote laut Gutfreund - aus den bekannten Gründen - kaum unter 2,7 Prozent rutschen.


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