Laga und Buga: Riesen-Chance für den regionalen Tourismus

Region  Fachforum im Öhringer Rathaus – Geschäftsführer gegen Kleinstaaterei in Heilbronn-Franken – Auch externer Experte empfiehlt: großer Verbund, erkennbare Marke – Wirtschaft und Tourismus sollen enger zusammenrücken.

Von unserem Redakteur Ralf Reichert
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Der Öhringer Hofgarten hat neue Säulenhainbuchen für die barocken Alleen bekommen.

Die Landesgartenschau 2016 in Öhringen und die Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn bieten enorme Chancen. Nicht nur für die beiden Städte, sondern für die gesamte Region. Nicht nur für die Infrastruktur inmitten dieser Städte, sondern für den Tourismus. Genau um dieses Thema ging es am Dienstagnachmittag bei einem Fachforum im Blauen Saal des Öhringer Rathauses. Rund 100 Teilnehmer waren da, eingeladen hatten die IHK Heilbronn-Franken und die Wirtschaftsregion in Kooperation mit den sieben Verbänden, die in der Region den Tourismus vermarkten.

Botschaft Die Geschäftsführer von Laga und Buga, Erich Herrmann und Hanspeter Faas, sendeten die gleiche Botschaft aus: Die Region müsse zusammenstehen und bei den Großveranstaltungen Flagge zeigen. Für Kleinstaaterei und Kirchturmsdenken sei kein Platz. „Die Landesgartenschau ist eine Riesen-Chance für die Wirtschaft und den Tourismus, um diesen Lebensraum, Arbeitsraum und Erholungsraum überregional bekannt zu machen“, erklärte Erich Herrmann. Hanspeter Faas sagte: „Es geht vor allem um die Folgejahre.“ Möglichst viele Besucher müssten mit dem Gefühl nach Hause gehen: „Wahrscheinlich kommen wir wieder.“

Wie kann es nun gelingen, die Region bei beiden Veranstaltungen als attraktive Einheit zu vermarkten? In der man gerne lebt, wohnt, arbeitet? An dieser Frage sind schon ganz andere Foren gescheitert. Doch Tourismusberater Andreas Lorenz, Geschäftsführer der Berliner Project M GmbH, wagte den Versuch. Er nannte „Perspektiven und Handlungsfelder für den Tourismus im ländlichen Raum Heilbronn-Franken“. Sein Rat: Die Kleinteiligkeit aufgeben und größere Verbünde bilden, um die Gäste der Laga und Buga mit einer erkennbaren Marke zu „Wiederholungstätern“ zu machen. Wichtig sei, Netzwerke zu bilden. Auch branchenübergreifend.

Lamento Wieder in das alte Lamento der Unvereinbarkeit verschiedener regionaler Interessen glitt das Forum bei einem Workshop ab, der sich mit der Frage beschäftigte, wie Wirtschaft und Tourismus einander noch besser befruchten könnten. Spätestens als klar war, dass die große Wirtschaft gar nicht anwesend war, reichte es am Ende nur zu der Absichtserklärung, sich doch einmal zusammenzusetzen und am „konkreten Beispiel Laga und Buga“ (Lorenz) zu überlegen, wie eine solche Kooperation aussehen könnte.


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