Blühendes Hohenlohe besser vermarkten

öhringen  Gartennetzwerk gegründet − Künftige Struktur und Organisation noch offen

Von unserem Redakteur Henry Doll

Blühendes Hohenlohe besser vermarkten
Freude über die Kooperation und ein Buch (von links): Erich Herrmann, Thomas Götz, Michael Hörrmann, Karin Ehlers, Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg.Foto: Doll

Für Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg ist die Sache klar: Selbst wenn er mit den Langenburger Gartentagen ein touristisches Aushängeschild für Hohenlohe installiert hat, das pro Jahr an drei Tagen regelmäßig mehr als 25 000 Besucher anlockt, er braucht den Schulterschluss mit anderen touristischen Anbietern. Dies könnten Institutionen oder schlicht Eigentümer reizvoller Gartenanlagen sein, "die tendenziell dieselbe Besuchergruppe" ansprechen wie seine Langenburger Gartentage. "Deshalb glaube ich, dass das Netzwerk gut ist", sagte er gestern im Hoftheater auf der Landesgartenschau.

Übersicht

Jenes Netzwerk, das auf fürstliches Wohlwollen stößt, nennt sich Gartennetzwerk Hohenlohe. Dass es gegründet werden soll, ist nicht neu (wir berichteten), neu ist aber, dass das Gartennetzwerk pünktlich zur Gründung als erstes manifestes Produkt das Heft "Park- und Gartenparadies Hohenlohe" vorzeigen kann. Das Druckwerk, das von der Touristikgemeinschaft Hohenlohe in Künzelsau mit dem Verein Schlösser, Burgen, Gärten Baden- Württemberg, der Touristikgemeinschaft Hohenlohe und Schwäbisch Hall Tourismus in Schwäbisch Hall, und den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg herausgegeben wurde, empfiehlt Gartenfreunden 16 Gärten in Hohenlohe zum Besuch.

Schloss Langenburg und das Sophianeum in der Alten Hofapotheke Langenburg ist dabei, die Abteigärten Kloster Schöntal, der Hans-und- Sophie-Scholl-Pfad in Forchtenberg, der Öhringer Hofgarten samt der Landesgartenschau, aber auch der Ingelfinger Schlosspark, der ansonsten eher im Verborgenen blüht.

Ein Anfang ist also gemacht. Doch unter welchem organisatorischen Dach das Gartennetzwerk weiterwachsen soll, ist noch nicht ausdiskutiert. Derzeit ist das Netzwerk juristisch noch an den Verein Schlösser, Burgen, Gärten Baden-Württemberg angebunden. Bei der Gründungspressekonferenz im Hoftheater räumte Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg ein, dass es die "ultimative Struktur" noch nicht gibt. Er vertritt im Verein Schlösser, Burgen und Gärten die privaten Besitzer. "Ich selbst schaffe es nicht", wehrt er schon mal präventiv die Frage ab, wer einem eventuell zu gründenden Gartennetzwerke-Trägerverein vorstehen könnte.

Anbindung

Möglich wäre die Anbindung an eine der beiden Touristikgemeinschaften in Künzelsau oder in Schwäbisch Hall. Eine Lösung, die der Fürst einerseits begrüßen würde. Andererseits gibt er in Andeutungen zu erkennen, dass beide Gemeinschaften mitunter zu Grenzziehungen neigten, die ihm nicht gefallen. Aber: "Noch ist nichts in Stein gemeißelt", sagte er. Gemeinsame Werbeauftritte und enge Kooperation bei den Marketinganstrengungen sind auch das Stichwort, das die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg und die Landesgartenschau zusammenführten. Als sichtbares Zeichen dieser Anstrengungen prangt am Laga-Zaun entlang der Hunnenstraße ein 250 Meter langes Transparent, das Schlösser und Gärten in Baden-Württemberg bewirbt. Etwa den Klostergarten Bronnbach.

Partner Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, spricht allgemein von einer "Abstimmung mit den Füßen". Sechs Millionen Besucher kommen jährlich nach seinen Angaben in die Einrichtungen der Staatlichen Schlösser und Gärten. Dies mache die Einrichtung als Kooperationspartner interessant. Erich Herrmann, Öhringer Bürgermeister und Laga-Geschäftsführer, bestreitet das nicht. "Wir sind sehr, sehr froh. Es gab keine Diskussion", sagt er über die Kooperation. Die Zielgruppen der Gartenschau- und Schlossbesucher überschnitten sich. Erstmals gibt es eine solche Kooperation, so Hörrmann. In Schwäbisch Gmünd habe es nicht geklappt.