Skafield wagt Ausflug in die Muttersprache

Mulfingen - Vier Takte Offbeat auf der Gitarre vorneweg. Dann setzen die Bläser ein. Das Schlagzeug donnert seinen Rhythmus. Ein Basslauf startet. Schließlich schnappt sich Sänger Philipp das Mikrofon und legt los. Mehr braucht es nicht und alles ist wieder beim Alten.

Von Daniel Stahl

Skafield wagt Ausflug in die Muttersprache
Die Band Skafield stellte im Mulfinger Jugendclub Himmelreich ihr neues Album "Memories in Melodies" vor. Es war am Tag zuvor erschienen.Foto: Daniel Stahl

Mulfingen - Vier Takte Offbeat auf der Gitarre vorneweg. Dann setzen die Bläser ein. Das Schlagzeug donnert seinen Rhythmus. Ein Basslauf startet. Schließlich schnappt sich Sänger Philipp das Mikrofon und legt los. Mehr braucht es nicht und alles ist wieder beim Alten. Ein Mob aus wild in die Luft geworfenen Armen und Beinen fegt durch das Himmelreich in Mulfingen.

Größere Fangemeinde

Die Jungs von Skafield stellen im Mulfinger Jugendclub ihr neues Album "Memories in Melodies" vor, das am Tag zuvor erschienen ist. Als Vorband dürfen Minority das Publikum aufwärmen. Doch erst als die acht Musiker von Skafield sich auf die kleine Bühne zwängen, wacht das Publikum richtig auf. In den vergangenen Jahren hat die Band aus dem Saarland bei Konzerten in Bieringen, Öhringen und eben Mulfingen viele Hohenloher Fans gefunden.

Das ist schnell klar, als die Ska-Combo Lieder wie "You Should Know", "Create Your Own Hell" und "SPSTDS" von alten Alben anstimmt. Viele Besucher erinnern sich anscheinend noch gut an die Auftritte in Hohenlohe. Zwei Trompeten, Saxofon und Posaune stimmen die Melodien an. Gitarre, Bass und Schlagzeug geben dazu ein ziemlich schnelles Tempo vor. Und die Gäste pfeifen und tanzen mit. Den "alten Gassenhauser" (Sänger Philipp) "Not Enough" kann das halbe Publikum mitsingen.

Auch die nagelneuen Songs sind beim dritten Konzert der Band in Mulfingen schnell gelernt. Stücke wie "Long Way To Paradise", "Nothing Better" und der Titeltrack "Memories in Melodies" kommen gut an und passen nahtlos zu den älteren Liedern. Denn viel ausprobiert hat die Band auf ihrem vierten Studioalbum nicht. Die Kombination aus simplen Bläsermelodien und Punk-lastigen Gitarrenriffs funktioniert.

Über die Chefetage

Neu ist auf dem Album "Memories in Melodies", dass Sänger Philipp auch einen deutschen Text geschrieben hat. Bevorzugte Skafield-Sprache ist sonst Englisch. Zum Track "Kinnwasser" singt er nach der Finanzkrise von den "Verbrechern" in den Chefetagen. "Aber ihr versteht es ja sowieso nicht", sagt er zum Publikum in Mulfingen. Stimmt nicht ganz. Zwar ist der Text oft tatsächlich mehr geschrien und gerappt als gesungen, verstehen kann man die Worte trotzdem. Das Experiment in der Muttersprache lässt auf weitere Tracks auf Deutsch hoffen. Auch wenn der Text eher trübsinnig ist.

Am Ende siegt die Musik über den Text. Gute Laune-Melodien übertönen die nachdenklichen Lyrics. Die selbsternannten "Pirates of Rock" geben zwei Stunden lang Gas. "Get Up Your Lame Ass", heißt ein Stück vom neuen Album. Daran hält sich das Publikum in Mulfingen.