Rocken gegen die Gentechnik

Wolpertshausen - Normal ist das nicht, dass Landwirte ein gigantisches Musikfestival auf die Beine stellen. Aber was ist schon normal an der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, die gerne alles mögliche unternimmt, wenn’s der ökologischen Sache dient. Das dreitägige Festival „Rock for Nature“ ist so eine Möglichkeit, das Anliegen der Hohenloher Landwirte um ihren Chef Rudolf Bühler einer breiten Masse bewusst zu machen. Mit Stars wie Joe Cocker, Nena, Roger Hogdson oder den Scorpions als Zugpferden lässt sich die ökologische Botschaft zweifellos prominent transportieren

Von Uwe Grosser

Joe Cocker Open Air
Engagierte sich musikalisch für die gute Sache: Joe Cocker.Foto: dpa  
Wolpertshausen - Normal ist das nicht, dass Landwirte ein gigantisches Musikfestival auf die Beine stellen. Aber was ist schon normal an der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, die gerne alles mögliche unternimmt, wenn’s der ökologischen Sache dient. Das dreitägige Festival „Rock for Nature“ ist so eine Möglichkeit, das Anliegen der Hohenloher Landwirte um ihren Chef Rudolf Bühler einer breiten Masse bewusst zu machen. Um die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen geht es ihnen, nicht mehr und nicht weniger.

Wer wollte sich diesem Ziel verschließen? Auch die teilnehmenden Künstler stehen überzeugt hinter diesem Anspruch. Woodstock-Veteran Joe Cocker hat es so formuliert: „In Woodstock we made good music for love and peace. This summer let’s join us for love and peace with nature. Let’s join us in Hohenlohe with ,Rock for Nature’.“ Um Liebe und Frieden sei es 1969 in Woodstock gegangen, in Hohenlohe gehe es diesen Sommer um Liebe zu und Frieden für die Natur.

Mit Stars wie Cocker, Nena, Roger Hogdson oder den Scorpions als Zugpferden lässt sich die ökologische Botschaft zweifellos prominent transportieren, doch die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft will mehr als nur ein Happening.

In einer großen Forums-Zelthalle geht es um das politisch-ökologische Fundament, auf dem das Festival inhaltlich aufgebaut ist. Mit Filmen, Vorträgen und Diskussionsrunden wird intellektuell vertieft, was die Musik, meist nur emotional zum Klingen bringt. Und auch für diesen Teil des Festivals haben die Hohenloher Landwirte internationale Prominenz verpflichtet, darunter die indische Quantenphysikerin Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises. Sie nimmt am Samstag, 13.30 Uhr, an der Podiumsdiskussion „Peace with Nature – Lebensgrundlagen bewahren“ teil, unter anderem mit Carlo Petrini, Präsident Slow Food International, Claus-Peter Hutter Präsident Nature Life International, Percy Schmeiser, Landwirt und Träger des Alternativen Nobelpreises aus Kanada.

An allen drei Festivaltagen gibt es von 9 Uhr bis 19 Uhr fast pausenlos Vorträge, Filme und Diskussionen mit Wissenschaftlern aus aller Welt zum Thema Gentechnik und ihre Folgen. Das Spektrum reicht vom Film: „Monsanto mit Gift und Genen“ (Freitag, 16 Uhr) über den Vortrag „Gentechnikfrei einkaufen“ von Alexander Hissting von Greenpeace (Samstag, 16.30 Uhr) bis zum Vortrag „Der Gentechnikfilz – Verflechtungen der Industrie, Behörden und Politik“ von Antje Lorch vom Ifrik Research Institute in den Niederlanden (Sonntag, 15.40 Uhr.)

Karten gibt es noch für alle drei Tage an den Kassenhäuschen beim Festivalgelände. Weitere Infos und das Programm im Internet www.rockfornature.de