„Ein großer Tag für unseren Verein“

Künzelsau - Stadt und Hohenloher Kunstverein weihen neue Galerie in der Hauptstraße ein

Von Hagen Stegmüller

Der Kunstverein residiert jetzt am Ende der Künzelsauer Hauptstraße in einem denkmalgeschützten Haus von 1677. Links ist die Johanneskirche zu sehen.

Künzelsau - Die Festredner konnten sich gestern ungeteilter Aufmerksamkeit gewiss sein. Denn in der neuen Galerie des Hohenloher Kunstvereins hatte man darauf verzichtet, die weißen Wände schon mal mit Bildern zu bestücken. Das geschieht erst heute, damit pünktlich um 19 Uhr die Ausstellung „Kün. Die Erste“ eröffnet werden kann.

Bereicherung

Bei der Haus-Einweihung gestern spielten sich Stadt und Kunstverein gegenseitig die Bälle zu. Künzelsaus Bürgermeister Volker Lenz freute sich, dass der Hohenloher Kunstverein künftig die Kunst- und Kulturszene in der Stadt bereichern werde. „Die Galerie soll auch nicht gegängelt werden. Sie dürfen ausstellen, was Sie wollen“, sagte der Rathauschef als Vertreter der Stadt, die Eigentümerin des Hauses ist und 750 000 Euro in dessen Umbau investiert hat. Der Verein zahlt nur eine symbolische Miete. Die Galerie am Eingang zur Stadt, direkt an Kocherbrücke und Wertwiesen, runde das Künzelsauer Bürgerprojekt „Stadt am Fluss“ schön ab, befand Lenz.

„So eng ging es vor dem Umbau zu“, scheint Bürgermeister Volker Lenz (rechts) zu sagen. Links im Bild Thomas Cleve vom Hohenloher Kunstverein.Fotos: Stegmüller

„Das ist ein großer Tag für uns“, betonte Thomas Cleve, Vorsitzender des Hohenloher Kunstvereins. Die Stadt habe sich mehr engagiert, „als wir das erwartet hatten“. Vor zwei Jahren hatte der Verein erstmals den Wunsch geäußert, auch im Hohenlohekreis sesshaft zu werden. Bislang hatte die Künstlervereinigung im Langenburger Hofratshaus ihr einziges Domizil.

Schwieriger Umbau

Der Künzelsauer Architekt Andreas Haug verdeutlichte die Schwierigkeiten, die mit dem Umbau des denkmalgeschützten, 340 Jahre alten Hauses verbunden waren. Wegen der niederen Decken sei es eine besondere Herausforderung gewesen, moderne Haustechnik unterzubringen. Zudem seien die zerschlissenen Sandsteinstützen wieder sichtbar gemacht und nach historischem Vorbild ergänzt worden. Der filigrane Stahleinbau im Innern bewirke ein bewusstes Nebeneinander von moderner und historischer Architektur, sagte Haug. Letztlich sei es der Stadt zu verdanken, dass sie ein Baudenkmal „vor dem sicheren Verfall“ gerettet habe.