"Insel der Todeslinien": Stefan Wettke hat seinen ersten Thriller veröffentlicht

Schöntal  "Die allerbesten Ideen fallen mir beim Schreiben selbst ein", sagt Stefan Wettke. Sein Debütroman handelt von einer mysteriösen Mordserie im Dschungel Perus. Derzeit arbeitet der 35-Jährige schon an zwei weiteren Büchern.

Von Nina Piorr
Email

"Die allerbesten Ideen fallen mir beim Schreiben selbst ein", sagt Stefan Wettke. Momentan arbeitet der 35-Jährige schon an zwei weiteren Büchern.

Foto: Nina Piorr

Meistens schreibt Stefan Wettke morgens, in seinem Arbeitszimmer auf einem ehemaligen Pferdehof im Odenwald. Mit einer Tasse Kaffee nimmt er Platz in einem alten Sessel. Er schließt die Augen, überlässt sich ganz seiner Fantasie und beginnt zu tippen. "So kann ich total abschalten", schwärmt er. "Ich vergesse alles um mich herum."

Auf diese Weise ist "Insel der Todeslinien" entstanden, ein 337 Seiten langer Thriller über eine ungeklärte Mordserie im Dschungel von Peru. Auf mysteriöse Weise sind diese Bluttaten mit einer geheimnisvollen Expedition aus Schottland verwoben, die die letzten Geheimnisse der Mayas lüften möchte. Im September ist Wettkes Erstlingswerk im Verlag Twenty Six erschienen, seit neun Wochen steht er auf der Bestsellerliste des Verlags.

Stefan Wettke arbeitet mit mehreren Handlungssträngen

Eine zentrale Rolle in "Insel der Todeslinien" spielt Nathan Grant. Der Einzelgänger und verwitwete Polizist taucht auch in Wettkes weiteren Werken auf, von denen er eines aktuell zusammen mit dem Verlag Twenty Six zur Veröffentlichung vorbereitet. "Grant ist jedoch keine klassische Hauptfigur, um die sich der Großteil der Geschichte dreht", erklärt der Autor, der als Hotelfachmann im Bildungshaus in Kloster Schöntal tätig ist.

Vielmehr bedient sich Wettke gern mehreren handelnden Charakteren und arbeitet mit verschiedenen Handlungssträngen. Auf diese Weise gelingt es ihm nicht nur Spannung zu erzeugen, sondern diese auch bis zur Auflösung am Ende aufrechtzuerhalten. Ein zusätzliches Spannungs- oder, man könnte fast sagen, Gruselelement bildet die südamerikanische Sage um den Chupacabra. Dieses blutsaugende Fabelwesen, von dem Wettke in einer TV-Dokumentation erfahren hat, scheint in "Insel der Todeslinien" nicht nur zum Leben erweckt, es fällt auch Menschen an. Neben Wettkes Ideenreichtum besticht sein erstes veröffentlichtes Werk insbesondere durch seine anschauliche, detaillierte und sehr literarische Sprache, die vor dem inneren Auge regelrecht lebendige Bilder entstehen lässt.

Was den 35 Jahre alte Autor beim Schreiben inspiriert

Zum Schreiben gekommen ist Stefan Wettke während seines Studiums der Germanistik und Sportwissenschaft in Würzburg. "Einen speziellen Anlass dafür gab es nicht", erläutert er. "Ich liebe gute Krimis und Thriller und wollte mich einfach selbst einmal in diesen Genres versuchen." Getreu dem Motto: "Schreibe die Bücher, die du selbst lesen möchtest", verfasst der 35-Jährige Krimis und Abenteuerthriller.

Geprägt haben ihn vor allem die Thriller-Reihe um Special Agent Pendergast von Douglas Preston und Lincoln Child sowie Spannungsliteratur von Jean-Christophe Grangé, Robert Harris oder John Grisham. Eine wichtige Inspirationsquelle stellt zudem Wettkes Reiseleidenschaft dar. Insbesondere Neuseeland und Peru haben es ihm angetan. "Manchmal denke ich, diese Location will ich unbedingt in meinem nächsten Buch haben", schmunzelt er. Doch auch das kreative Potenzial einer langen Autofahrt ist laut Wettke nicht zu unterschätzen: "Die meisten Aspekte oder speziellen Wendungen der Handlungen fallen mir beim Autofahren ein." Oder beim Schreiben selbst.

Denn der begeisterte Autor überlässt sich beim Schreibprozess am liebsten seiner Spontaneität, statt minutiös ausgefeilten Handlungsskizzen zu folgen. "Den groben Handlungsverlauf habe ich schon vor Beginn des Schreibens im Kopf", erklärt er, "aber die allerbesten Ideen fallen mir gewöhnlich beim Schreiben selbst ein." So kann es auch mal sein, dass er den Ausgang der Geschichte nochmals umschmeißt und das Buch ganz anders endet, als ursprünglich von ihm angedacht. "Schreiben ist einfach etwas Schönes, auf das ich mich immer riesig freue", schwärmt Wettke.

Hintergrund: Zur Person

Stefan Wettke wurde 1985 in Heidelberg geboren und ist auf einem ehemaligen Pferdehof im Odenwald aufgewachsen. Während seines Studiums der Germanistik und Sportwissenschaft auf Gymnasiallehramt in Würzburg hat er mit dem Schreiben begonnen. Heute arbeitet der 35-Jährige als Hotelfachmann im Bildungshaus Kloster Schöntal. Im September hat Stefan Wettke mit "Insel der Todeslinien" seinen ersten Thriller im Verlag Twentysix veröffentlicht. Momentan schreibt er an zwei weiteren Büchern.


Kommentar hinzufügen