Partystimmung beim Würth-Open-Air mit Sunrise Avenue

Künzelsau  Sunrise Avenue bildet am Sonntag auf dem Würth-Open-Air den krönenden Höhepunkt.

Von Nina Piorr
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Ausgelassen tanzende Menschen, die Refrains mitschmetternd und die Hände in Richtung des wolkenverhangenen und doch trocken bleibenden Himmels gereckt – die Stimmung am letzten Abend des Würth-Open-Airs ist super. Zu diesem Erfolg tragen die Bands Dr. Feelgood, Matt Beilis, Niila sowie Sunrise Avenue bei, die auf dem Gelände des Carmen Würth Forums ein riesiges Publikum begeistern.

Mit seinen gefühlvollen Songs, die auch Platz für ruhigere Zwischentöne bieten, sowie fein akzentuierten instrumentalen Zwischenspielen (besonders herausragend: das Saxofon) legt der finnische Singersongwriter Niila mit Band die Latte bereits hoch. Die Genres Pop und Folk umfassenden Songs, wie „Restless heart“ oder „Bottle of wine“, verströmen gute Laune und ein angenehmes Chill-out-Feeling. Angefeuert durch Niilas Aufforderung: „Let’s jump as high as you can“ animieren die Songs des Multiinstrumentalisten gleichzeitig zum Tanzen.

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Seinen Höhepunkt erreicht das Stimmungsbarometer jedoch, als nach mehreren Minuten Umbauverzögerung die Band die Bühne betritt, der Niila durch Zusammenarbeit und gemeinsame Auftritte seine mittlerweile über Finnlands Grenzen hinausreichende Bekanntheit verdankt: die finnische Rock-Band Sunrise Avenue. Raul Ruutu (Bass), Sami Osala (Drums), Riku Rajamaa (Gitarre) sowie natürlich Frontmann Samu Haber (Gesang, Gitarre) in Jeansweste und Converse bringen insbesondere das weibliche Publikum zum Kreischen. „Sad and happy songs“, verspricht Haber und in der Tat ist bei Sunrise Avenue mit einer Mischung aus Rock, Pop und Balladen für jeden Geschmack etwas dabei. Im Gepäck hat die 2002 gegründete Musikgruppe vor allem Songs ihres am 6. Oktober 2017 veröffentlichten neuen Studioalbums „Heartbreak Century“.

Globale Vernetzung und gleichzeitige Einsamkeit, Hektik, krankmachender Perfektionismus sowie der tief in der Gesellschaft wurzelnde Wunsch nach echten Gefühlen thematisieren die Stars in ihrem fünften gemeinsamen Album. Dazu gehört etwa der Song „I help you hate me“, bei dem Haber seine markante Stimme zu den wummernden Bässen entfaltet. Ebenfalls nicht fehlen darf der titelgebende Song „Heartbreak Century“, dessen eingängiger Refrain das Publikum enthusiastisch mitsingt. „Why aren’t we happy with everything we have?“, singt Haber und übt – verpackt in einen schnörkellosen, aussagekräftigen Text sowie in eine mitreißende Melodie – gleichzeitig ein wenig Gesellschaftskritik. Im Zwiegespräch von Gesang und Piano wirkt der Song zurückgenommener und dabei höchst emotional.

Krönendes Konzertfinale

Während Bass und Schlagzeug „Never let go“ eine große Eindringlichkeit verleihen, geht ebenso der aus 2013 stammende Song „Oh my friend“ unter die Haut. Abgesehen von den immer wieder schön zur Geltung kommenden Instrumentalpassagen begeistern die Poprocker mit ihren fetzigen Refrains, die die Fähigkeit zum Ohrwurm haben. Volle Power bietet so der Kehrreim des 2011 entstandenen „I don’t dance“, der unterlegt von einem energisch-nervösen Rhythmus die Ernüchterung des lyrischen Ichs spiegelt.

Das krönende Konzertfinale bildet eine stimmungsvolle Interpretation des ebenfalls aus dem Jahr 2011 stammenden Chart-Hits „Hollywood-Hills“. Nur schade, dass das Open-Air-Konzert danach ein überraschendes schnelles Ende findet: Ohne Zugabe verabschiedet sich Sunrise Avenue ziemlich abrupt von der Bühne. 

Sunrise Avenue

Sunrise Avenue stammt aus Finnland und bedient sich der Genres Rock und Pop-Rock. Weltweite Berühmtheit erlangten die Musiker mit den Songs „Fairytale Gone Bad“ (2006) und „Hollywood Hills“ (2011). Nach fast zwölfmonatiger Arbeit erschien am 6. Oktober 2017 ihr fünftes Studioalbum „Heartbreak Century“.

 

 

 


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