Rock for Nature soll keine Eintagsfliege bleiben

Wolpertshausen - Offiziell ist noch nichts, aber der Trend geht in Richtung Neuauflage von Rock for Nature. Rudolf Bühler rechnet mit „leichtem Überschuss“ – 74.000 Besucher an drei Tagen

Von Ralf Reichert

Wolpertshausen - Wird es eine Neuauflage von Rock for Nature geben? Rudolf Bühler, Chef der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, hält sich bedeckt. Offiziell ist noch nichts entschieden, doch gegenüber derlässt er durchblicken: „Es soll noch viele Rock for Natures geben – nicht nur in Wolpertshausen.“ Der Trend geht also wohl dahin, eine starke, ortsunabhängige Festival-Marke zu etablieren, die eine klare politische Botschaft hat: Gentechnik, nein Danke! In den kommenden Tagen soll es dazu mehr Informationen geben. „Wir müssen das jetzt erst mal ein bisschen sacken lassen.“

Noch am Freitag war unklar, ob die Rechnung aufgegangen ist. Die Besucher tröpfelten nur spärlich aufs abgeerntete Öko-Weizenfeld an der A6. Mittlerweile steht nach Bühlers Worten fest: „Wir haben unser finanzielles Ziel erreicht, dass sich das Festival selbst trägt.“ Und weiter: „Es gibt noch keine Endabrechnung, aber durch den großen Ansturm an die Tageskassen gehe ich davon aus, dass wir einen leichten Überschuss erzielt haben.“ Falls dem so wäre, würde dieses Geld verwendet, um den weiteren Einsatz gegen die Gentechnik und für eine globale Ökolandwirtschaft zu finanzieren, wie Pressesprecher Gerald A. Herrmann berichtet.

74 000 Besucher: „Das sind doppelt so viele Gäste wie wir erwartet haben“, sagt Bühler. „Am wichtigsten ist, dass der politische Inhalt ’rübergekommen ist. Ich hatte ein bisschen Sorge, ob sich die Musiker wirklich mit unserer Sache solidarisieren. Sie haben es getan – und deutliche Worte gefunden.“ Bühler hat bereits einen neuen Trend erkannt, den sich die Bands zunutze machen könnten: Öko-Rock.

Trotz aller positiven Bilanz gab es auch Kritik. Organisatorische Mängel waren unübersehbar. „Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft ist kein Event-Veranstalter. Sie hat das zum ersten Mal gemacht, deshalb hat es an manchen Stellen gehakt“, bittet Gerald A. Herrmann um Verständnis. „Es hat ganz klar Schwächen gegeben, aber wir haben versucht, diese Dinge schnellstmöglich zu beheben.“ Dass die Organisation nicht so schlecht gewesen sein kann, macht der Pressesprecher daran fest, dass es ein „super-friedliches Festival“ war. Polizei und DRK hätten kaum eingreifen müssen.





 

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