Schadenersatz für Hohenloherin nach Brust-OP

Hohenlohe - Nach einer Brust-OP hat sich eine Hohenloherin von der Bodenseeklinik in Lindau einen Schadenersatz von 3000 Euro erstritten. Die Klinik des TV-bekannten Schönheitschirurgen Werner Mang hatte Vorher-Nachher-Fotos der operierten Brust ins Internet gestellt.

Von unserem Redakteur Hagen Stegmüller


Schadenersatz erstritten
Der Markt für Brustoperationen boomt. In den meisten Fällen werden Silikonimplantate eingeschoben, manchmal wird aber auch Gewebe abgesaugt.Fotos: dpa

Hohenlohe - Werner Mang operiert gerne vor laufender Kamera. Der Schönheitschirurg lässt kaum eine Gelegenheit aus, sich selbst und die Arbeit seiner Bodenseeklinik in Lindau zu rühmen. Ein Artikel des "Spiegels" in der Ausgabe vom 1. Oktober rückt den 62-Jährigen und seine Klinik in ein anderes Licht. Unter anderem, so der Autor des Magazins, sollen Krankenakten zum Nachteil von Patienten verändert worden sein. Eine Spur führt nach Hohenlohe.

"Meine Mandantin hat sich im Oktober 2005 in der Bodenseeklinik den Busen verkleinern lassen", berichtet der Künzelsauer Anwalt Alexander Foidl. Wenig später sei die damals 40-jährige Hohenloherin aus allen Wolken gefallen. Auf Mangs Homepage seien Vorher-Nachher-Fotos ihrer Brüste veröffentlicht worden, doch darin habe die Patientin niemals eingewilligt.

Schlimm sei gewesen, dass Bekannte die Frau hätten identifizieren können. Sie sei an ihrer Kette, gefärbten Haarspitzen, der Altersangabe und Initialen eindeutig zu erkennen gewesen.

Handschriftlich

Im Februar 2007 zog Foidl vors Landgericht Kempten und forderte 5000 Euro Schadenersatz. Der Vorwurf: Die Bodenseeklinik habe den Aufklärungsbogen der Patientin manipuliert. "Plötzlich gab es da einen handschriftlichen Vermerk, dass die Patientin mit der Veröffentlichung von Fotos im Internet einverstanden sei", erläutert Foidl. Zu dem Zeitpunkt, als seine Mandantin den Bogen unterschrieben habe, sei die betreffende Stelle weiß gewesen.

Schadenersatz erstritten

Werner Mang

Foto: dpa

Die Bodenseeklinik weist die Anschuldigungen zurück. "Herr Professor Dr. Mang verbittet sich ausdrücklich den Vorwurf, er habe irgendwelche Aufklärungsbögen nachträglich verfälscht", sagt dessen Münchner Anwalt Steffen Ufer auf HZ-Anfrage. Für die Hohenloher Patientin sei allein die Stationsärztin zuständig gewesen. Auch sie verwahre sich gegen den Vorwurf der Urkundenfälschung. Die 3000 Euro habe man "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" gezahlt. Die Bodenseeklinik sei grundsätzlich bestrebt, "unnötige Prozesse mit Patienten zu vermeiden".

Kleinlaut

Von einer Zahlungsbereitschaft war die Klinik zunächst weit entfernt. Noch 2006 drohte sie der Hohenloher Patientin mit einer Strafanzeige wegen falscher Verdächtigung und einem Zivilprozess wegen Rufschädigung. Erst im März 2007 ruderte man kleinlaut zurück. Neben der Schadenersatzzahlung unterzeichnete die Klinik eine Unterlassungserklärung und übernahm die Anwaltskosten der Patientin. Zugleich wurde an Eides Statt versichert, dass man die Brust-Bilder der Frau gelöscht habe.