Würth baut Veranstaltungshalle für 55 Millionen Euro

Künzelsau - Nach langem Hin und Her ist die Entscheidung jetzt gefallen: Am Würth-Konzernsitz in Künzelsau-Gaisbach entsteht eine Kongresshalle mit angeschlossenem Museum.

Von unseren Redakteuren Manfred Stockburger und Matthias Stolla





Künzelsau - Nach langem Hin und Her ist die Entscheidung jetzt gefallen: Für 55 Millionen Euro baut die Würth-Gruppe am Konzernsitz in Künzelsau-Gaisbach eine Kongresshalle mit angeschlossenem Museum. Zum 80. Geburtstag von Reinhold Würth im April 2015 soll das Projekt abgeschlossen sein. Die Detailplanung soll in den kommenden Monaten erarbeitet werden, sodass die Baugenehmigung bis zum Jahresende 2012 vorliegen soll. Unter der Voraussetzung, dass sich Konjunktur und Weltwirtschaft bis dahin normal weiterentwickeln, soll mit dem Bau im kommenden Frühjahr begonnen werden.

Herzstück des Projekts ist eine Veranstaltungshalle mit mehr als 2000 Sitzplätzen. Kongresse, Messen und auch Sportveranstaltungen sollen dort abgehalten werden können. Anders als in der ursprünglichen Planung aus der Mitte des vergangenen Jahrzehnts soll ein knappes Viertel der insgesamt 5000 Quadratmeter Nutzfläche ein Museum werden, in dem Werke von Pablo Picasso oder Max Ernst dauerhaft ausgestellt werden können, die bislang mangels Museumsfläche nicht permanent zugänglich sind.

Einstimmig

Teil der vom Beirat der Würth-Gruppe einstimmig abgesegneten Planung sind auch ein Kammermusiksaal mit 440 Sitzplätzen und ein Konferenzbereich mit 600 Quadratmetern. Die 30.000 Quadratmeter große Außenfläche soll zugleich als Vorplatz für Museum und Veranstaltungshalle dienen und für Open-Air-Veranstaltungen.

"Man hat jetzt so lange darüber geredet. Jetzt muss ein Punkt hin", sagt Reinhold Würth. "Ich glaube, dass das einen ähnlichen Erfolg gibt wie die Museen in Schwäbisch Hall", meint der Beiratsvorsitzende der Würth-Gruppe. "Das wird Hohenlohe eine ganz bedeutende Aufwertung bringen in der Wahrnehmung im ganzen Land Baden-Württemberg und darüber hinaus." Und es geht ihm gut mit der Entscheidung für das Großprojekt, die er so lange vor sich hergeschoben hat: "Ich freu’ mich auf die Halle."

Über den Daumen gepeilt die Hälfte der Zeit werde das Unternehmen selbst die Veranstaltungsräume in Beschlag nehmen, Teil des Konzeptes ist aber, dass auch externe Nutzer die Räume buchen. Reinhold Würth kann sich etwa vorstellen, dass es dort eine Fachmesse für Befestigungsmaterialien geben könnte, "zu der man auch Kollegen und Wettbewerber einlädt". Auch Sportveranstaltungen oder ein Musikfestival sind denkbar. "Es gibt eine Menge Ideen, die noch ausgearbeitet werden müssen."

Bekenntnis

In Hohenlohe trifft das Ja des Mäzens zum Baudenkmal auf Begeisterung. "Ich freue mich sehr über diese Entscheidung", sagt etwa Landrat Helmut M. Jahn. "Der Bau der Kongress- und Museumshalle stellt eine wichtige Infrastrukturmaßnahme für unsere Raumschaft dar und ist ein weiteres Bekenntnis des Unternehmens Würth zum Standort Hohenlohe."

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann sieht zugleich eine Menge Arbeit auf sich zukommen: "Wir sind mächtig glücklich und mächtig stolz, dass die Würth’sche Kongresshalle in Künzelsau gebaut werden soll. Das heißt auch, dass mit der Genehmigung einiges auf uns zukommt. Wir werden das Projekt nach Kräften unterstützen und freuen uns darüber." Der Gaisbacher Ortsvorsteher Robert Volpp freut sich ebenfalls über die Halle: "Das bedeutet, dass auch in Zukunft Leben bei uns sein wird."

 

Die Kongresshalle kommt