Die nächste IFH-Firma ist flügge geworden

Die SBE GmbH hat sich in der Innovationsfabrik zum Marktführer bei selbstheilenden Netzwerken entwickelt - Umzug in den Hip

Von Manfred Stockburger

Die nächste IFH-Firma ist flügge geworden

Mehr Platz für die rasante Geschäftsentwicklung und für mehr Softwareentwickler: Die Heilbronner IT-Firma SBE ist aus der Innovationsfabrik in das benachbarte Gewerbegebiet "Hip am Neckar" beim Europaplatz umgezogen. (Foto: Rabea Sattar)

Jochen und Hans-Dieter Ernst sind Existenzgründer wie aus dem Bilderbuch. Begonnen haben die beiden Brüder vor mittlerweile zwölf Jahren als Studenten an der TH Karlsruhe - als nebenberufliche EDV-Berater. Den ersten Prototyp ihres selbstheilenden Netzwerks haben sie einige Jahre später programmiert. Mit dem Abschluss in der Tasche sind die beiden dann in die Heilbronner IFH gezogen, wo sie 1999 ihre SBE Network Solutions GmbH gegründet haben.

Heimlich, still und leise haben sich der Informatiker Jochen Ernst, 36, und der Elektrotechniker Hans-Dieter Ernst, 37, in ihrem Feld einen Namen gemacht. Das Prinzip ist ganz einfach: Jedes Mal, wenn ein Rechner angeschaltet wird, wird er in einen definierten Zustand zurückversetzt. Was sich einfach anhört, ist technisch deutlich schwieriger. Aber sie haben es geschafft.

Statt dicke Dienstwagen zu fahren - "Da sind wir immer vorsichtig geblieben" - haben sie in den für die Branche schwierigen Jahren nach der Jahrtausendwende ihre Firma weiterentwickelt. Mit einem Landeslizenzvertrag für Schulen in Baden-Württemberg schafften sie vor zwei Jahren einen wichtigen Durchbruch. Nicht nur in Baden-Württemberg sind die beiden Marktführer, mittlerweile haben sich dem Lizenzvertrag die meisten anderen Bundesländer angeschlossen. Das heißt, dass die Brüder aus der Innovationsfabrik mittlerweile Schulen in zehn Bundesländern mit ihren Netzwerken ausstatten, die auch unter härtesten Bedingungen etwa in frei zugänglichen Labors funktionsfähig bleiben.

Aber nicht nur im Bildungsbereich ist das Unternehmen aktiv: Seit Anfang des Jahres kooperieren die Heilbronner mit dem Branchengiganten T-Systems. Ziel ist, ihre Softwarelösung auch im kommerziellen Bereich zu etablieren. Außerdem soll der Aktionsradius der SBE über die Landesgrenzen hinaus ausgedehnt werden.

Der Jahresumsatz der Gesellschaft liegt bei einer Million Euro, die Belegschaft ist mittlerweile auf zehn Beschäftigte angewachsen, vier davon sind Auszubildende. In der IFH ist den Brüdern - die sich übrigens blendend verstehen - der Platz jetzt zu eng geworden. Deshalb haben sie im benachbarten Hip eine Büroetage angemietet. Platz für bis zu 20 Beschäftigte haben die beiden dort. Wenn alles nach Plan läuft, wird diese Schwelle bereits in eineinhalb Jahren erreicht sein.