Schwarz-Gruppe ist gewachsen

Neckarsulm - Die Schwarz-Gruppe hat ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um acht Prozent von knapp 50 auf 54 Milliarden Euro gesteigert. Diese Zahl nannte das Unternehmen der Heilbronner Stimme. 20.000 neue Stellen sind den Angaben zufolge in einem Jahr hinzugekommen.

Von Manfred Stockburger

Schwarz-Gruppe ist gewachsen
Die Neckarsulmer Schwarz-Firmengruppe ist im vergangenen Geschäftsjahr erneut deutlich gewachsen. Auch der Teilkonzern Lidl hat dazu beigetragen. Besonders im Ausland expandierte der Discounter.Foto: AP

Neckarsulm - Die Schwarz-Gruppe hat ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um acht Prozent von knapp 50 auf 54 Milliarden Euro gesteigert. Diese Zahl nannte das Unternehmen der Heilbronner Stimme. Ebenfalls offiziell ist die Mitarbeiterzahl von Lidl und Kaufland: 280.000 Beschäftigte zählt der Handelskonzern, der damit nach einschlägigen Rankings zu den fünf größten Händlern Europas zählt.

20.000 neue Stellen sind den Angaben zufolge in einem Jahr hinzugekommen. Darüber hinaus schweigen die Neckarsulmer aber über die jüngsten Zahlen - auch zu den Umsatzrückgängen, die verschiedentlich für die gesamte Branche vermeldet werden, gibt es keinen Kommentar. Ein Blick ins Handelsregister offenbart aber wenigstens für das Geschäftsjahr 2007/08 viele Details über die Geschäfte des Unternehmens, das zu den stillen Riesen der deutschen Wirtschaft zählt.

Ausbau

Größter Teilkonzern der Gruppe war demnach Lidl Deutschland mit einem Umsatzvolumen von 13,2 Milliarden Euro. Darüber hinaus ist die veröffentlichte Bilanz sparsam gehalten. Nur der Cashflow wird beziffert: Er lag bei 493 Millionen Euro, was 3,7 Prozent des Umsatzes entspricht. Die Investitionen lagen mit rund 550 Millionen Euro darüber. In Immobilien und den Ausbau des deutschen Filialnetzes investierte Lidl 238 Millionen Euro.

Die Kraft schöpft der Konzern aber aus dem europäischen Ausland. Dort steigerte Lidl den Umsatz im Geschäftsjahr 2007/08 um 2,8 auf 27,8 Milliarden Euro. Hier ist in der Bilanz auch eine realistische Mitarbeiterzahl angegeben: 74 040 - 12.000 mehr als im Jahr zuvor. Wiederum ist kein Gewinn angegeben, der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag bei 1,7 Milliarden Euro, was 6,1 Prozent des Umsatzes entspricht. „Die nach wie vor starke Expansion war Ursache für den weiteren Anstieg bei Anlagevermögen, Vorräten, Verbindlichkeiten und die damit einhergehende Ausweitung der Bilanzsumme“, heißt es im Kommentar zur Bilanz. Allein 1,3 Milliarden Euro steckte der Lidl-Stiftung-Konzern in neue Immobilien. Die Eigenkapitalquote blieb mit 31,2 Prozent fast stabil.

Tiefergehende Zahlen lassen sich beispielhaft in der Bilanz eines Teilkonzerns herauslesen, in dem das Warengeschäft verschiedener Auslandsmärkte zusammengefasst sind. Er umfasst immerhin ein Umsatzvolumen von gut neun Milliarden Euro und etwa 20.000 Mitarbeiter. Vor Steuern blieb dabei ein Ergebnis von 287 Millionen Euro, 156 Millionen Euro lieferte der Unterkonzern in Neckarsulm ab.

Bei Kaufland ist das Verhältnis zwischen In- und Ausland umgekehrt. 7,7 Milliarden Euro, 800 Millionen mehr als im Jahr zuvor, brachte dem Handelsregister zufolge das inländische Warengeschäft ein. Die Kaufland-Stiftung, in der die ausländischen Beteiligungen mit 282 Filialen gebündelt waren, gibt den Umsatz mit 3,4 Milliarden Euro an.

Garantieerklärung

Auf Vollzeitstellen umgerechnet waren in diesen Filialen 28.700 Mitarbeiter beschäftigt, also etwa 100 pro Haus. Vor Steuern hat die Kaufland Stiftung, die auch für die deutsche Gesellschaft eine Garantieerklärung abgegeben hat, ein Ergebnis von 179 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Cashflow - in der Gruppe offensichtlich eine zentrale Kennzahl - lag hier bei 630 Millionen Euro.

Zusammengerechnet ergeben die Zahlen aus diesen Bilanzen für 2007/08 gut 50 Milliarden Euro Umsatz. Das ist 50 Mal so viel, wie vor 25 Jahren: 1984, als in Neckarsulm mit dem Kaufland das erste wirklich große SB-Warenhaus der Gruppe entstand, setzte die Firma erstmals mehr als zwei Milliarden Mark um.