Schwarz-Gruppe behauptet sich

Neckarsulm - Nur um 800 Millionen Euro ist der Umsatz der Neckarsulmer Schwarz-Gruppe im vergangenen Jahr gewachsen − auf 54,8 Milliarden Euro. Trübsal blasen die erfolgsverwöhnten Neckarsulmer, deren Wachstumsraten zuletzt knapp zweistellig gewesen waren, dennoch nicht.

Von Manfred Stockburger

Schwarz-Gruppe behauptet sich
Lidl investiert in die Zukunft: Das neue Park-, Büro- und IT-Haus neben der Neckarsulmer Zentrale der Lidl-Stiftung soll noch in diesem Jahr fertig werden.Foto: Andreas Veigel

Neckarsulm - Nur um 800 Millionen Euro ist der Umsatz der Neckarsulmer Schwarz-Gruppe im vergangenen Jahr gewachsen − auf 54,8 Milliarden Euro. Trübsal blasen die erfolgsverwöhnten Neckarsulmer, deren Wachstumsraten zuletzt knapp zweistellig gewesen waren, dennoch nicht: Bereinigt um die Preisrückgänge, die bei Lidl etwa vier Prozent betragen haben und bei Kaufland gut zwei, kann die Unternehmensgruppe dennoch ein ordentliches Wachstum ausweisen.

Investitionen

Auf die Erträge hätten sich dies nicht ausgewirkt, betont Konzernchef Klaus Gehrig. Damit gibt es auch weiterhin genügend Mittel für Investitionen, die unverändert mit jährlich rund zwei Milliarden Euro beziffert werden. Auch in der Region macht sich das bemerkbar: Die Kaufland-Zentrale in der Heilbronner Olgastraße wird Zug um Zug erweitert. Und neben der Lidl-Zentrale in der Neckarsulmer Stiftsbergstraße entstehen zurzeit auf fünf Etagen 1000 Parkplätze, Büros und zusätzlicher Platz für die IT − bis zum Jahresende soll das Gebäude fertig sein. Bis dahin handelt es sich um eine der größten Baustellen in der Region. "Trotz der internationalen Geschäftsbeziehungen ist und bleibt die Unternehmensgruppe in der Region verwurzelt", sagt Gehrig. Auch das Neckarsulmer Kaufland in der Rötelstraße wird derzeit − wie berichtet − von Grund auf renoviert und modernisiert.

Mehr Filialen

Im vergangenen Geschäftsjahr, das im Februar endete, hat sich die Mitarbeiterzahl des Unternehmens um rund 10 000 auf mittlerweile 290.000 Mitarbeiter erhöht. Auch die Zahl der Filialen hat weiter zugenommen: Inzwischen gibt es mehr als 9000 Lidl-Märkte in Europa, 3200 davon in Deutschland. Ein großer Schritt für Lidl war im vergangenen Jahr der Start in der Schweiz. Der Aufbau von weiteren Landesgesellschaften ist derzeit aber kein Thema, heißt es in Neckarsulm − erst recht nicht außerhalb der EU. Auch ein Start in den USA, die Gehrig vor zwei Jahren als Zukunftsmarkt benannt hatte, ist offenbar wieder in weite Ferne gerückt: Konkrete Pläne, so heißt es in Neckarsulm, gebe es jedenfalls nicht.

Auch Kaufland ist weiter auf Wachstumskurs: Noch in diesem Jahr soll die 1000. Filiale eröffnet werden; in Deutschland ist das Unternehmen mittlerweile an 580 Standorten vertreten. Hinzugekommen sind unter anderem die zwölf Märkte der Pforzheimer Famila-Gruppe.

Ausblick

Trotz des gestiegenen Konkurrenzdrucks in Deutschland durch die Übernahme von Plus durch Netto blickt Gehrig gelassen in die Zukunft. Auch angesichts der wieder steigenden Lebensmittelpreise erwartet er, dass der Umsatz der Schwarz-Gruppe in diesem Geschäftsjahr auf rund 57 Milliarden Euro wachsen wird.