SLK-Kliniken wollen Küchenpersonal reduzieren

Region - Wer hilft uns?" Mit diesen Worten ist ein Brief an die Redaktion derüberschrieben. Und tatsächlich: Den Mitarbeitern der Küchen an den vier Standorten der Stadt-Landkreis-Kliniken (SLK) Heilbronn wurden dieser Tage freiwillige Aufhebungsverträge vorgelegt.

Von Iris Baars-Werner

SLK-Kliniken wollen Küchenpersonal reduzieren
Das Küchenpersonal (hier eine Aufnahme aus dem Gesundbrunnen im Jahr 2004) soll reduziert werden.Foto: Archiv/Scheffler

Region - Wer hilft uns?" Mit diesen Worten ist ein Brief an die Redaktion derüberschrieben. Und tatsächlich: Den Mitarbeitern der Küchen an den vier Standorten der Stadt-Landkreis-Kliniken (SLK) Heilbronn wurden dieser Tage freiwillige Aufhebungsverträge vorgelegt. In Teil-Betriebsversammlungen werden sie seit vergangener und in dieser Woche mit Überlegungen der Geschäftsführung konfrontiert, die erhebliche Auswirkungen auf ihre Arbeit haben.

Zu viel Personal

Die Krankenhausküchen am Gesundbrunnen Heilbronn, am Plattenwald Bad Friedrichshall, in Brackenheim und Möckmühl haben nach Auskunft der SLK-GmbH 20 Prozent zu viel Personal. Umgerechnet 120 Vollzeitkräfte arbeiten hier. Man strebe, so eine SLK-Sprecherin, einen "sozialverträglichen Abbau" von Stellen an, weil "Ineffizienzen" auch im Vergleich zu anderen Klinikküchen festgestellt worden seien.

Bei der Umorganisation stehe man erst am Anfang. Das Ziel seien "ein einheitliches Leistungsangebot, effiziente Abläufe und ein abgestimmtes Küchenmanagement". Es gehe nicht darum, die Essenzubereitung vollständig aus dem Krankenhaus auszulagern und an Dienstleister zu vergeben: "In den SLK-Kliniken wird weiterhin für die Patienten gekocht werden", hieß es auf Anfrage unserer Zeitung. Auch in den Neubauplänen für Plattenwald und Gesundbrunnen seien weiterhin Küchen eingeplant.

Von "sehr großer Unruhe" unter den Mitarbeitern spricht der Betriebsratsvorsitzende aller SLK-Kliniken, Karl-Heinz Lang. Sein Bestreben: dass niemand arbeitslos wird. Die Mitarbeitervertretung sehe aber auch den wirtschaftlichen Druck und den Zwang zu besseren Abläufen. Die Frage sei, ob künftig an allen vier Standorten Essen zubereitet werde. Weiter stehe zur Diskussion, ob die Klinikküchen wie bisher ihre Leistung extern anbieten. Nicht nur die Kantine des Landratsamtes Heilbronn bezieht Klinik-Essen. Auch Altenheime und Schulen werden von der SLK beliefert.

Unverständnis

Die betroffenen Mitarbeiter reagieren mit Unverständnis. Sie erbost, dass Kommunalpolitiker im SLK-Aufsichtsrat dem Stellenabbau zustimmen. Außerdem widerspreche das Herstellungsprinzip "Cook and Chill" dem Umweltschutz und der Wirtschaftlichkeit: Da werde Essen gekocht, heruntergekühlt, auf verschiedene Häuser verteilt und dann wieder erhitzt.


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