Otto der Große

Rettenmaiers Transportergruppe wächst weiter - Weltweit beschäftigt die Firmengruppe inzwischen fast 650 Mitarbeiter. Aus rund 6500 Tonnen Stahl produzieren sie im Jahr etwa 700 Fahrzeuge

Von Manfred Stockburger

Otto der Große
Zehn Meter breit ist der am Freitag auf den Namen Otto getaufte Scheuerle-Transporter, mit dem in Chile Weltraumteleskope bewegt werden sollen. Foto: Tscherwitschke

Pfedelbach/Heilbronn - Die Faszination für die Technik ist ihm bis heute geblieben. Für eine Spielzeugeisenbahn sind die Transporter, die der Heilbronner Industrielle Otto Rettenmaier bei Scheuerle in Pfedelbach und bei Kamag in Ulm bauen lässt, ein paar Nummern zu groß. „Wir haben aus Scheuerle ein schönes Unternehmen gemacht“, sagt der 81-Jährige Vollblutunternehmer nicht ohne Stolz. 1987 hatte er die Firma aus finanziellen Schwierigkeiten gerettet und übernommen.

Die Taufe des gigantischen Weltraumteleskop-Transporters auf den Namen Otto symbolisiert einen Meilenstein für Scheuerle und die Transporter-Industry-International-Gruppe, in der Rettenmaier seine Schwertransporter-Unternehmen zusammengefasst hat. Durch die Integration der Ulmer Kamag in die Gruppe ist sie zum unangefochtenen Weltmarktführer geworden.

Und sie wächst weiter. Auch räumlich. In Pfedelbach, wo bisher von 70 000 Quadratmetern Werksgelände rund 30 000 überbaut sind, entsteht nicht nur ein ein neues Bürogebäude für die Scheuerle-Verwaltung. Die Büros sind noch im Rohbau. Gestern hat Rettenmaier die Planung einer zusätzlichen Montagehalle für das größte Werk seiner Gruppe in Auftrag gegeben. „Im letzten und in diesem Jahr haben wir in die Gruppe insgesamt 12 Millionen Euro investiert“, sagt der Unternehmer. Die operative Führung liegt übrigens in Händen der Geschäftsführer Hans-Jörg Habernegg und Ulrich Bochtler.

Weltweit beschäftigt die Firmengruppe inzwischen fast 650 Mitarbeiter. Aus rund 6500 Tonnen Stahl produzieren sie im Jahr etwa 700 Fahrzeuge. Trotz der stark gestiegenen Stahlpreise sei die Ertragslage der Gruppe gut, sagt Rettenmaier. „Wir haben das durch Produktivitätsfortschritte und Innovationen aufgefangen.“ Konkrete Zahlen lässt er sich nicht entlocken. „Die Tendenz ist steigend“, sagt er über den Umsatz. Und: „Alle Werke sind auf mehr als ein Jahr ausgelastet.“

Neben Otto, dem Teleskoptransporter haben die Rettenmaier-Unternehmen einige weitere Trümpfe im Ärmel: Die Gruppe arbeitet an einen Fahrzeug, das ein komplettes U-Boot transportieren kann.