Motorroller-Importeur Jack Fox hat Insolvenz angemeldet

Heilbronn - Das rasante Wachstum, gepaart mit Unerfahrenheit der Inhaber, ist der Firma Jack Fox zum Verhängnis geworden. Mit dem Gang vor das Insolvenzgericht ist der Höhenflug des jungen Heilbronner Unternehmens jetzt abrupt unterbrochen worden.

Von Werner Tewes

Jack-Fox-Insolvenz Heilbronn - Das rasante Wachstum, gepaart mit Unerfahrenheit der Inhaber, ist der Firma Jack Fox zum Verhängnis geworden. Mit dem Gang vor das Insolvenzgericht ist der Höhenflug des jungen Heilbronner Unternehmens jetzt abrupt unterbrochen worden. "Die Geschäftsführer sind von der Entwicklung ganz einfach überrollt worden", sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Gerhard Tonhäuser.

Aktuell beschäftigt der Motorroller-Importeur 59 Mitarbeiter, davon rund 30 in der Firmenzentrale in Heilbronn. Zwischenzeitlich zählte das Unternehmen knapp 100 Mitarbeiter. 2008 lag der Jahresumsatz bei etwa zehn Millionen Euro, rund 20 000 Roller verkaufte der Großhändler. Im letzten Jahr dann der Einbruch: Um 40 Prozent gingen die Erlöse zurück, der Absatz lag bei 12 000 Fahrzeugen − jedoch nicht als Folge der Wirtschaftskrise.

Kurzfristige Aufträge waren weggefallen. So hat das Unternehmen zwischenzeitlich mehrere zehntausend Roller allein durch eine Kooperation mit einem Mobilfunkanbieter verkauft. Die Strukturen wurden auf diese höheren Umsätze ausgelegt. Die beiden 25 und 26 Jahre alten Geschäftsführer, die das Unternehmen vor fünf Jahren als Start-up gegründet hatten, verlegten erst im vergangenen Mai die Firmenzentrale von Eppingen nach Heilbronn, um dem Wachstum Herr zu werden.

Wie es weitergeht, ist ungewiss. Bislang hatte Jack Fox sämtliche Motorroller aus China bezogen. 30 Prozent des Preises wurden bei Bestellung fällig, der Rest bei Ankunft der Fahrzeuge in Europa. "Jetzt wollen die Hersteller, dass wir komplett in Vorkasse gehen", sagt Tonhäuser. "Doch das Geld haben wir nicht." Die Kunden des Unternehmens, dazu gehören Handelsketten wie Praktiker und auch der Otto-Versand, seien zudem nicht bereit in Vorfinanzierung zu treten, heißt es.