Lidl und die liebe Not mit den Zahlen

Neckarsulm - Normalerweise ist eine Nachricht, was neu ist und dazu eine Tatsache. Geht es um Lidl, gelten andere Gesetze, wie die gestern von "Focus Money" in die Welt gesetzte Bilanz-Meldung zeigt. Das Magazin ist dabei der Lidl-Konzernstruktur aufgesessen.

Neckarsulm - Normalerweise ist eine Nachricht, was neu ist und dazu eine Tatsache. Geht es um Lidl, gelten andere Gesetze, wie die am Dienstag von "Focus Money" in die Welt gesetzte Bilanz-Meldung zeigt:

Weder hat Lidl wie behauptet zum ersten Mal Zahlen veröffentlicht, noch sind die Zahlen über das Geschäftsjahr 2008/09 neu − bereits am 8. April standen sie in unserer Zeitung.

Dazu kommt: Wie die Zahlen jetzt berichtet werden, sind sie falsch. Der "Focus" ist der Lidl-Konzernstruktur aufgesessen: Die deutschen Filialen werden in einem anderen Teilkonzern konsolidiert. Zu den genannten 30,85 Milliarden Euro müssen 13,9 Milliarden Euro hinzugezählt werden. Auch die Aussagen zum Gewinn müssen differenzierter betrachtet werden, als das in dem Magazin geschehen ist: Die Neckarsulmer legen weiterhin nicht alle Karten offen auf den Tisch.

Bereits im Februar hatte sich das Unternehmen gegenüber unserer Zeitung auch zu den Zahlen des Jahres 2009/10 geäußert: Die Umsatzentwicklung liege leicht über Vorjahresniveau, womit man "nicht unzufrieden" sei. mfd