Hochzeitsglocken im Sanitärgroßhandel

Neckarsulm - Überraschung in Neckarsulm: Der Sanitär- und Stahl-Großhändler C. Schrade GmbH schließt sich mit dem Ludwigsburger Wettbewerber Gebrüder Lotter KG zusammen. Dadurch entsteht eine Unternehmensgruppe, die in der selben Liga spielt wie die Top drei der Branche im Südwesten. Die Familie Schrade behält einen kleinen Minderheitsanteil an ihrem Unternehmen. Schrade-Geschäftsführer Ralf von Briel wird auch Mitglied der Geschäftsleitung der Lotter KG.

Von Manfred Stockburger

Schrade-Geschäftsführer Ralf von Briel wird künftig auch die Geschicke der neuen Schrade-Mutter Lotter aus Ludwigsburg lenken. Foto: Guido Sawatzki

Neckarsulm - Überraschung in Neckarsulm: Der Sanitär- und Stahl-Großhändler C. Schrade GmbH schließt sich mit dem Ludwigsburger Wettbewerber Gebrüder Lotter KG zusammen. Dadurch entsteht eine Unternehmensgruppe, die in der selben Liga spielt wie die Top drei der Branche im Südwesten. Die Familie Schrade behält einen kleinen Minderheitsanteil an ihrem Unternehmen. Schrade-Geschäftsführer Ralf von Briel wird auch Mitglied der Geschäftsleitung der Lotter KG.

Mit knapp 1000 Beschäftigten und etwa 300 Millionen Euro Umsatz ist Lotter deutlich größer als Schrade. Das Neckarsulmer Traditionsunternehmen erwirtschaftet mit 170 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 70 Millionen Euro. „Obwohl es finanziell gesehen ein Verkauf ist, sehe ich es eher als eine Fusion“, sagt von Briel. Er wird künftig vier Tage pro Woche in Ludwigsburg arbeiten, montags und freitags aber in Neckarsulm sein.

Starke Position

Seit von Briel 2002 zum Schrade-Geschäftsführer berufen wurde, hat sich der Umsatz des Traditionsunternehmens auf 72 Millionen Euro verdoppelt. Zuletzt hatte das Unternehmen ein Umsatzplus von 15 Prozent verbucht. Auch der Gewinn habe sich positiv entwickelt. Der Geschäftsführer legt angesichts dieser Zahlen Wert darauf, dass Schrade die Unabhängigkeit aus einer Position der Stärke heraus aufgibt – und dass durch den Verkauf keine Arbeitsplätze gefährdet seien. „Unsere Geschäftsgebiete überlappen sich kaum.“ Beide Marken sollen auch weiterhin erhalten bleiben. Durch die Eröffnung eines neuen Abhollagers in Öhringen hatte Schrade erst vor wenigen Wochen seine Position gestärkt. Mit dem Verkauf reagiert die Familie auf die zunehmende Konzentration im Sanitärgroßhandel auch in der Region.

Synergien sieht von Briel, der seine Beteiligung an Schrade behält, vor allem im Bereich der Logistik und beim Einkauf. Und bei Investitionen, etwa in ein Hochregallager, das Schrade in Neckarsulm jetzt nicht selbst bauen muss. Das Geld ist damit für andere Projekte frei.

Historie

Die Firma Schrade geht zurück auf das Jahr 1910, als Lina und Christian Schrade in der Neckarsulmer Marktstraße ein damals 75 Jahre altes Eisenmagazin kauften. Seit Anfang der 1970er Jahre sitzt das Unternehmen im Gewerbegebiet Rötel. Etwa ein Drittel des Umsatzes erwirtschaftet die Firma mit dem Sanitärgroßhandel. Hinzu kommt der Handel mit Stahl und Baulelementen. Der Einzelhandel spielt kaum noch eine Rolle.