Heilbronn Pressen GmbH: Insolvenzverfahren eröffnet (03.09.2009)

Heilbronn - Die Chancen, dass die Heilbronn Pressen GmbH auch unter dem bisherigen Namen überlebt, sind groß. Die Chancen, dass eine Fortführung ohne Personalabbau vonstatten geht, tendieren allerdings gegen null. Das Amtsgericht Heilbronn hat jetzt das Insolvenzverfahren bei dem Maschinenbau-Unternehmen eröffnet.

Von Werner Tewes

Heilbronn - Die Chancen, dass die Heilbronn Pressen GmbH auch unter dem bisherigen Namen überlebt, sind groß. Die Chancen, dass eine Fortführung ohne Personalabbau vonstatten geht, tendieren allerdings gegen null. Das Amtsgericht Heilbronn hat jetzt das Insolvenzverfahren bei dem Maschinenbau-Unternehmen eröffnet.

Laut dem Insolvenzverwalter Marcus Egner stehen die Verhandlungen mit einem Investor kurz vor dem Abschluss: Der derzeitige Mehrheitsgesellschafter aus Polen habe Bereitschaft signalisiert, dem Unternehmen mit einer Kapitalspritze wieder auf die Beine zu helfen. Ausgelastet ist der Maschinenbauer laut dem Insolvenzverwalter ohnehin. Aufträge gebe es genügend. Der Betrieb laufe längst wieder „auf vollen Touren“.

Modalitäten unklar

Lediglich die Kapitalausstattung sei bisher mangelhaft gewesen. Zudem seien die Kosten zu hoch. Um das Überleben des Maschinenbauers dauerhaft zu sichern, komme man deshalb nicht um „Strukturveränderungen“ herum. Konkret ist ein Personalabbau angedacht. Wie viele der derzeit 60 Stellen wegfallen sollen, ist ungewiss. Ebenso stehen die genauen Modalitäten noch nicht fest.

Laut informierten Kreisen wurde zuletzt jedoch darüber diskutiert, die Fertigung aus Heilbronn abzuziehen und nach Polen zu verlagern. Lediglich Vertrieb, Konstruktion, Montage und Service sollen weiterhin im Unterland bleiben. „Wir wollen den Personalabbau so sozialverträglich wie möglich gestalten“, betont Egner. Die Lehrlinge zum Beispiel sollen alle übernommen werden. Für Mitarbeiter, die nicht im Betrieb weiterbeschäftigt werden können, ist geplant, eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft einzurichten.

Die Verhandlungen mit Vertretern der IG Metall und dem Betriebsrat über einen Sozialplan und Interessenausgleich - und damit auch über die Details des Personalabbaus - sollen bis Ende September beendet sein. Egner zeigt sich optimistisch zu einem Abschluss zu kommen, der „für alle Seiten akzeptabel“ sei und dem Unternehmen „eine stabile Zukunft“ garantiere.

Vergangenheit

Bereits vor zwei Jahren hat die Firma Insolvenz anmelden müssen. Auch damals konnten Investoren eine endgültige Pleite verhindern. Statt die Firma mit ausreichend Kapital zu versorgen, stritten sich die Neu-Eigentümer allerdings um die Ausrichtung des Betriebes, heißt es.