GIW peilt die Ertragswende an

Heilbronn - Die Heilbronner Firma Gesellschaft für innovative Werkzeugsysteme (GIW) will im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreiben. Die Auftragslage des früheren Läpple-Werkzeugbaus sei sehr gut, hieß es jetzt.

Von unserem Redakteur Jürgen Paul

GIW peilt die Ertragswende an

Martin Urbon

Fotos: GIW

Heilbronn - Die Heilbronner Firma Gesellschaft für innovative Werkzeugsysteme (GIW) will im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreiben. Das kündigt Geschäftsführer Martin Urbon an. "Spätestens in fünf bis sechs Monaten werden wir den Break-Even erreichen", ist sich der Manager sicher. Seine Zuversicht schöpft Urbon aus der hervorragenden Auftragslage der GIW. Die Mitarbeiter des früheren Läpple-Werkzeugbaus, die nach wie vor auf dem Läpple-Gelände arbeiten, haben alle Hände voll zu tun. "Wir sind sehr gut ausgelastet", berichtet Urbon, der das Unternehmen zusammen mit dem Portugiesen Mario da Silva führt. Die GIW profitiere von der Erfahrung der mittlerweile 285 Mitarbeiter − bei der Übernahme des Werkzeugbaus von Läpple im September 2010 waren es 260 − und von der guten Automobilkonjunktur. "Erst kürzlich haben wir Aufträge von Audi und Skoda bekommen", sagt der Manager. Auch Porsche, Daimler, Volkswagen, BMW, Jaguar und Volvo greifen auf die Werkzeugsysteme der GIW zurück, die üblicherweise der Fertigung von Karosserieteilen dienen.

Verlust

Probleme bereiten den Heilbronnern aber immer noch die niedrigen Preise am Markt. "Die Preise sind etwas besser als vor einem Jahr, aber noch nicht auskömmlich", berichtet Urbon mit Blick auf die starke Konkurrenz aus Fernost. Deshalb sei auch im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr ein Verlust angefallen, der jedoch niedriger sei als der Fehlbetrag von zehn Millionen Euro im Jahr 2010. "Wir haben uns verbessert, sind aber noch nicht am Ziel", räumt der Geschäftsführer ein.

Immer wieder auftauchende Spekulationen über eine mögliche Schieflage der GIW weist Urbon entschieden zurück. Natürlich sei die Unsicherheit nach der Übernahme groß gewesen, weil keiner so recht gewusst habe, wie es weitergeht. "Doch wir haben in den vergangenen 13 Monaten bewiesen, dass wir es können", betont der Geschäftsführer. Zudem habe das Unternehmen keinerlei Bankschulden.

Optimistisch stimmt Urbon die neue Strategie, die seit einigen Monaten zu greifen beginne. "Wir setzen hier in Heilbronn mehr auf Dienstleistungen und Projektarbeit." Die Produktion der Werkzeugsysteme werde dagegen vor allem in Spanien und Portugal stattfinden. Die dortigen Schwesterfirmen mit insgesamt rund 280 Mitarbeitern werden unter der neuen Holding GIW Europe zusammengeführt, auch die GIW Heilbronn soll unter das gemeinsame Dach schlüpfen. "Mit einer guten Mischung aus den günstigen Produktionsländern Portugal und Spanien sowie dem innovativen Standort Heilbronn wollen wir wettbewerbsfähig werden", erläutert Urbon die GIW-Strategie.

Keine Personalprobleme

Fachkräftemangel ist bei der GIW kein Thema. „Wir bekommen die guten Leute“, sagt Geschäftsführer Martin Urbon. Dazu trägt auch die Ausbildung bei. Derzeit bildet GIW 45 junge Leute in gewerblichen und kaufmännischen Berufen aus, die Übernahmechancen seien sehr gut. Auch der gute Ruf der GIW und die Innovationskraft seien bei der Personalsuche hilfreich. „Wir haben mehrere Patente angemeldet“, betont Urbon. Zwei Ingenieure kümmern sich bei den Heilbronnern einzig um die Entwicklung neuer Produkte. Schließlich hat die Firma das Wort „innovativ“ im Firmennamen stehen.
 

GIW peilt die Ertragswende an
Die GIW-Mitarbeiter sind in den Läpple-Hallen tätig. Der Werkzeugbauer zählt namhafte Autohersteller zu seinen Kunden und rechnet mit einem Gewinn im kommenden Jahr. 2012 soll zudem ein Umsatz von 30 Millionen Euro erwirtschaftet werden.