Fibro hat noch viel vor

Weinsberg/Hassmersheim - Der Normalien- und Rundtische-Spezialist Fibro will auch im laufenden Jahr zweistellig wachsen. Ein "sportliches" Ziel nennt Geschäftsführer Jürgen Gurt die anvisierten 131 Millionen Euro, was einem Plus von elf Prozent entsprechen würde.

Von unserem Redakteur Jürgen Paul

Fibro hat noch viel vor
In Weinsberg ist der kleinere Fibro-Geschäftsbereich Rundtische (im Bild) angesiedelt. In Haßmersheim fertigt die Läpple-Tochter überwiegend Normalien für Kunden aus dem Werkzeug-, Formen- und Maschinenbau.Foto: Fibro

Weinsberg/Hassmersheim - Der Normalien- und Rundtische-Spezialist Fibro will auch im laufenden Jahr zweistellig wachsen. Ein "sportliches" Ziel nennt Geschäftsführer Jürgen Gurt die anvisierten 131 Millionen Euro, was einem Plus von elf Prozent entsprechen würde. Doch das zur Heilbronner Läpple-Gruppe gehörende Unternehmen hat durchaus Grund, optimistisch zu sein. Denn die Werke in Weinsberg und Haßmersheim sind gut ausgelastet, und auch die internationale Expansion schreitet voran.

Gewinnsprung Die Nachfrage der Werkzeug-, Anlagen- und Maschinenbauer nach den Normalien und Rundtischen von Fibro hat seit der Krise 2008/2009 deutlich zugenommen. 2011 hat das Unternehmen den Umsatz von 94 auf 118 Millionen Euro (plus 25,5 Prozent) gesteigert. Das Vorsteuerergebnis hat nach Angaben von Gurt sogar um 50 Prozent zugelegt. Konkrete Zahlen nennt der Geschäftsführer nicht.

Einen Grund für das starke Geschäftsjahr sieht Gurt in der besonnenen Personalpolitik. "Wir haben die Mannschaft auch in der Krise weitgehend an Bord gehalten. Deshalb konnten wir 2011 durchstarten, als das Geschäft wieder angezogen hat." 2009 hatte Fibro in Weinsberg allerdings 20 Mitarbeiter abgebaut.

Derzeit beschäftigt das Unternehmen 333 Mitarbeiter in Haßmersheim, wo der dominierende Geschäftsbereich Normalien angesiedelt ist, und 294 im Werk in Weinsberg, wo die Rundtische hergestellt werden. Stolz ist Geschäftsführer Gurt auf die geringe Fluktuation in der Belegschaft, die unter einem Prozent liege.

Weitere 80 Fibro-Mitarbeiter sind im Ausland tätig, das für die Läpple-Tochter immer wichtiger wird. Derzeit entsteht im indischen Pune, wo Fibro seit 2008 vertreten ist, für 1,5 Millionen Euro ein neues Produktions- und Verwaltungsgebäude. Zudem unterhält das Unternehmen Niederlassungen in Frankreich, den USA, Kanada, Singapur und der Schweiz. "Wir folgen unseren Kunden", erläutert Jürgen Gurt die Strategie. Ende Februar werde eine neue Handelsgesellschaft in Schanghai gegründet, um von dort die wachsende Kundschaft in Asien zu betreuen. Der Exportanteil der Weinsberger liegt bei 40 (2010: 36 Prozent) und soll Gurt zufolge auf mehr als 50 Prozent steigen.

Um das geplante Wachstum auch qualitativ zu stemmen, will Fibro im laufenden Jahr rund fünf Millionen Euro investieren. "Davon fließen 4,8 Millionen in Maschinen, Anlagen und Prozesse im Inland", berichtet der Geschäftsführer.

Ausbildung Großen Stellenwert nehme die Weiterentwicklung der Mitarbeiter ein, die zum Großteil gemeinsam mit der Heilbronner Mutter organisiert wird. So durchlaufen die 24 Fibro-Lehrlinge die Läpple Ausbildungs GmbH, auch das Programm für den Führungsnachwuchs ist gruppenweit angelegt.

"Es gibt schon Synergien", sagt Fibro-Chef Gurt zur Strategie von Läpple-Vorstandschef Olaf Hedden, die Unternehmen der Gruppe enger miteinander zu verzahnen. "Harmonisierungen" kann sich Gurt etwa bei Managementthemen wie Umwelt, Risiko, IT, Zertifizierungen oder Einkauf vorstellen. Unstrittig sei jedoch, dass der Name Fibro als "weltbekannte Marke" erhalten bleibe. "Das ist ein klarer Verkaufsfaktor", betont Gurt.