Capvis kauft Bartec

Bad Mergentheim - Sechs Jahre nach dem Einstieg beim Bad Mergentheimer Sicherheitstechnik-Spezialisten Bartec hat der Finanzinvestor Allianz Capital Partners (ACP) seine Anteile versilbert. Neuer Hauptgesellschafter der 1975 gegründeten Firma ist die Beteiligungsgesellschaft Capvis aus Zürich.

Von Manfred Stockburger

Sicherheitstechnik-Produkte der Bartec-Gruppe werden unter anderem bei der Automatisierung von Industrieanlagen eingesetzt, wenn diese in einem explosiven Umfeld aufgestellt werden sollen.Foto: Bartec
Bad Mergentheim - Sechs Jahre nach dem Einstieg beim Bad Mergentheimer Sicherheitstechnik-Spezialisten Bartec hat der Finanzinvestor Allianz Capital Partners (ACP) seine Anteile versilbert. Neuer Hauptgesellschafter der 1975 gegründeten Firma ist die Beteiligungsgesellschaft Capvis aus Zürich. Capvis hat auch die restlichen beim Firmengründer Reinhold Barlian verbliebenen Geschäftsanteile übernommen. Das Bartec-Management um Ralf Köster bleibt an dem Unternehmen beteiligt, genaue Zahlen wollte eine Sprecherin aber nicht nennen. Auch über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Boom-Branche

Die Allianz-Tochter hatte im Juni 2002 zunächst 79 Prozent der Bartec-Anteile übernommen, ihre Beteiligung seither aber weiter aufgestockt. Damals erwirtschaftete das Unternehmen mit weltweit 950 Beschäftigten 116 Millionen Euro. Im Gegensatz zu den Jahren nach der Jahrtausendwende boomt heute die Sicherheitstechnik-Branche: Bartec beliefert, wie auch der Waldenburger Wettbewerber R. Stahl, unter anderem die Öl- und Gasindustrie.

Beim Umsatz weist die Bartec-Gruppe für die vergangenen Geschäftsjahre jeweils ein Plus von etwa zehn Prozent aus. Das Ergebnis war in den Jahren 2005/06 und 2006/07 aber jeweils deutlich negativ. Neben hohen Zinsbelastungen hatten sich dabei auch die Kosten eines Personalabbaus an den deutschen Standorten ausgewirkt. Im Ende April abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 205 Millionen Euro, das sind etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit dem neuen Investor Capvis im Hintergrund möchte Bartec seine Wachstumsgeschichte weiterschreiben. „Die neue Gesellschafterstruktur ermöglicht es uns, die Potenziale in unseren Märkten weltweit noch konsequenter zu nutzen“, erklärt Bartec-Chef Ralf Köster. Vor allem in Asien und im mittleren Osten soll die Präsenz der Taubertäler verbessert werden.

Bartec soll nach dem Willen Kösters „als führender Anbieter in der Sicherheitstechnik weltweit“ positioniert werden. Das Produktspektrum ist rund um die Kernkompetenz Explosionsschutz relativ breit aufgestellt. Die Produkte der Bad Mergentheimer werden dort eingesetzt, wo mit brennbaren Flüssigkeiten, Gasen und Stäuben gearbeitet wird. Neben der Ölindustrie beliefert Bartec auch den Bergbau. Bartec verfügt über sieben Produktionsstätten in Deutschland, Slowenien, der Schweiz und in China.

Capvis hatte in diesem Frühjahr auf dem Kapitalmarkt 600 Millionen Euro eingesammelt, um sie „in gut positionierte, mittelgroße Unternehmen“ in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich zu investieren. Das Unternehmen ist aber schon seit 1990 am Markt. Neben Bartec gehört ins Portfolio des Züricher Investmenthauses unter anderem die WMF AG. Capvis hat sich in den vergangenen 18 Jahren an insgesamt 38 Firmen beteiligt.