Beyerdynamic setzt auf Wachstum

Heilbronn - Audiospezialist verzeichnet nach turbulentem Jahr Erholung für 2010

Von Werner Tewes

Beyerdynamic setzt auf Wachstum

"Für uns ist 2009 ganz zufrieden- stellend verlaufen."

W. Luckhardt

Heilbronn - Sie sind vorsichtiger geworden bei Beyerdynamic. Hinter dem Heilbronner Audiospezialisten liegt ein turbulentes Geschäftsjahr: Einige Märkte sind regelrecht eingebrochen, in anderen gab es trotz Wirtschaftskrise unerwartetes Wachstum. Unter dem Strich bilanziert Geschäftsführer Wolfgang Luckhardt: "Für uns ist 2009 ganz zufriedenstellend verlaufen."

Anders als in der Vergangenheit gibt das Unternehmen dieses Jahr freilich keine Zahlen bekannt. Nur so viel: 2008 erwirtschafteten die Heilbronner einen Umsatz von 35,75 Millionen Euro, und im Vergleich dazu habe es 2009 nur einen "leichten" Umsatzrückgang gegeben, sagt Luckhardt. Die Situation ist dennoch ungewohnt für das in den vergangenen Jahren erfolgsverwöhnte Unternehmen: Stundenkonten wurden heruntergefahren, vier Monate lang arbeiteten die Beschäftigten kurz. Die Mitarbeiterzahl ist mit 300 konstant geblieben.

Seit dem vierten Quartal 2009 hat sich der Markt laut Geschäftsführung auch so weit erholt, dass man wieder auf Kurzarbeit verzichten kann. Für 2010 erwartet Luckhard sogar ein "geringes Wachstum". Doch er sagt auch: "Eine genaue Prognose abzugeben ist momentan sehr schwierig." Was ihn so vorsichtig macht: Schon 2009 gab es die unterschiedlichsten Entwicklungen in den einzelnen Geschäftsfeldern zu verzeichnen. Im investitionsabhängigen Bereich − dazu gehört die Ausstattung von Konferenzräumen von Firmen oder internationalen Organisationen − gab es eine "spürbare Zurückhaltung" bei den Kunden.

Anders im Konsumenten-Bereich: Die private Nachfrage blieb von der Wirtschaftskrise relativ unberührt, in diesem Segment ist Beyerdynamic gewachsen. Ähnlich unterschiedlich zeigten sich die Märkte: Stärkeren Umsatzrückgängen in den USA, Osteuropa und dem Mittleren Osten, standen ein stabiler Heimatmarkt und steigende Zahlen in Asien gegenüber.

Ungeachtet der allgemeinen Krise hat Beyerdynamic eigenen Angaben zufolge seinen Marktanteil ausbauen können. "Wir haben die Forschung und Entwicklung auch in der schwierigen Zeit nicht zurückgefahren", sagt Luckhardt. Einige neue Produkte sind 2009 zur Marktreife gebracht worden: Kopfhörer etwa für den Privat- und Profibereich, auch Audiosysteme für Videokonferenzen. In diesem Jahr sollen weitere Produkte folgen.

Großauftrag

Deshalb ist Wolfgang Luckhardt trotz aller Zurückhaltung auch optimistisch, dass es in diesem Jahr wieder aufwärts geht. Investitionen, die die Kunden verschoben haben, würden jetzt nach und nach doch in Angriff genommen, hofft er. Ein Großauftrag ist bereits eingetütet: Beyerdynamic wird die Commonwealth-Games im September in Indien mit einem Konferenzsystem ausstatten. Einige wichtige Märkte, wie der in den USA, erholen sich zudem langsam wieder. "Wir sind auf einem guten Weg", ist Luckhardt überzeugt.