Audi-Zulieferer in schwierige Lage geraten

Bad Friedrichshall/Celle - Die am Donnerstag angekündigte drohende Insolvenz des Autozulieferers Gimotive/Stankiewicz ist vorerst abgewendet. Wie das Unternehmen aus Niedersachsen mit einem Standort in Bad Friedrichshall mitteilte, setzen die Banken ihre laufenden Forderungen bis Ende kommender Woche aus

Bad Friedrichshall/Celle - Die am Donnerstag angekündigte drohende Insolvenz des Autozulieferers Gimotive/Stankiewicz ist vorerst abgewendet. Wie das Unternehmen aus Niedersachsen mit einem Standort in Bad Friedrichshall mitteilte, setzen die Banken ihre laufenden Forderungen bis Ende kommender Woche aus. „Der Aufschub ermöglicht die ordentliche Fortführung des Unternehmens“, so Sprecherin Friederike Fahlbusch am Freitag. Im Juli hatte die Gruppe einen Umsatzzuwachs für das erste Halbjahr verkündet. Zahlungsverzögerungen und Produktionskürzungen der Kunden hätten das Unternehmen mit fast 2200 Mitarbeitern jetzt in einen Liquiditätsengpass getrieben.

Stankiewicz hat den Standort Bad Friedrichshall zum 31. März von der Faurecia Innenraumsysteme GmbH übernommen. 20 Beschäftigte produzieren dort Innenraummatten für den Audi A6. Der IG-Metall-Chef für Heilbronn und Neckarsulm, Rudolf Luz, erwartet im Insolvenzfall keine sofortigen Entlassungen. „Mehr als von der Krise des Gesamtkonzerns hängen die Jobs vor Ort von der Absatzentwicklung des A6 ab.“ Auf Audi ruhen auch die Hoffnungen der Gewerbe- und Industriepark GmbH Bad Friedrichshall (GiF), die außer an Stankiewicz an ein Dutzend weiterer Audi-Zulieferer vermietet. GiF-Prokurist Friedrich Braun: „Bei uns hat Audi den Schlüssel zum Erfolg in der Hand.“

Die Stankiewicz-Beschäftigten haben über die Medien von der Krise erfahren. Die Geschäftsführung in Celle kündigte an, bis zum Abschluss der Gespräche kommende Woche mit Banken, Gesellschaftern und Kunden keine Kommentare abzugeben. Jedoch hoffe man, eine „langfristige Lösung zu finden“. at