Zuckersparte von Südzucker schafft die Wende

Mannheim/Offenau  Europas größter Zuckererzeuger erreicht in seinem Kernsegment wieder schwarze Zahlen. Die Kampagne läuft auch im Werk Offenau zurzeit auf Hochtouren. Allerdings gibt es auch Dinge, die belasten.

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Die Rübenkampagne in der Region ist angelaufen. Bis November sollen die Felder abgeerntet sein.

Foto: Archiv/Tscherwitschke

Nach einer langen Leidenszeit zeichnet sich in der Stammsparte der Südzucker AG eine Wende zum Guten ab: Das Segment Zucker erreichte im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, also von Juni bis August, erstmals seit Juni 2018 einen kleinen operativen Gewinn von sieben Millionen Euro. Das geht aus den Halbjahreszahlen hervor, die der SDax-Konzern am Donnerstag vorlegte.

In Offenau sind knapp 200 Mitarbeiter beschäftigt

Insgesamt erreichte der Umsatz zum 31. August 3,6 Milliarden Euro, 7,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis, also vor Steuern, Zinsen und Restrukturierungskosten, stieg um 4,4 Prozent auf 134 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 79 Millionen Euro, ein deutliches Plus von 20,8 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten blieb mit rund 18 700 in etwa gleich. Im Zuckerwerk Offenau, wo seit Mitte September die Rübenkampagne läuft, sind knapp 200 Mitarbeiter beschäftigt.

Überdurchschnittlicher Zuckerertrag erwartet

Als Gründe für die gute Entwicklung in der Zuckersparte nennt das Unternehmen den besseren Zuckerpreis auf dem Weltmarkt und gestiegene verkaufte Mengen, während höhere Produktionskosten und teureres Verpackungsmaterial den Trend abbremsten. Für die laufende Kampagne wird ein überdurchschnittlicher Zuckerertrag erwartet: Die Witterung sorgte für ein gutes Rübenwachstum, in manchen Regionen sie aber wegen zu wenig Sonnenschein weniger Zucker von den Rüben gebildet worden. Im ersten Halbjahr kam die Sparte auf einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro, ein Plus von 10,5 Prozent. Wegen eines schlechteren ersten Quartals fiel beim operativen Ergebnis ein Verlust von 18 Millionen Euro an.

Entwicklung der übrigen Sparten

Unterschiedlich entwickelten sich die anderen Sparten des Konzerns. Das Segment Spezialitäten, in dem unter anderem der Tiefkühlpizza-Hersteller Freiberger angesiedelt ist, verbuchte mit 856 Millionen Euro etwa zwei Prozent weniger Umsatz und ein deutlich gesunkenes operatives Ergebnis, vor allem wegen höherer Rohstoff- und Energiekosten. Die Bioethanol-Sparte Cropenergies steuert zwar mit 427 Millionen nach dem ersten Halbjahr auf einen Umsatzrekord zu, zumal in Schweden und Großbritannien inzwischen die Sorte E10 eingeführt wurde. Auch hier senkten aber höhere Rohstoff- und Energiekosten das operative Ergebnis.

Das neu geschaffene Segment Stärke verbuchte ein Umsatzplus von 15,6 Prozent auf 449 Millionen Euro, aber ebenfalls ein zurückgegangenes operatives Ergebnis. Nur wenig Bewegung gab es im Segment Frucht, wo Konzentrate für Saftabfüller und Fruchtzubereitungen für Joghurts hergestellt werden.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für das Team Wirtschaft & Politik tätig.

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