Volksbank Heilbronn fusioniert mit VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim

Heilbronn/Region  In Heilbronn-Franken entsteht ein neues genossenschaftliches Schwergewicht: Am heutigen Dienstag gaben die Volksbank Heilbronn und die VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim ihren Zusammenschluss bekannt. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben.

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Blick auf das Gebäude der Volksbank Heilbronn. Foto: Archiv/Ralf Seidel

Paukenschlag in der regionalen Bankenlandschaft. Die Volksbank Heilbronn schließt sich mit der VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim zusammen. Das gaben die beiden Institute am heutigen Dienstag bekannt. Damit entsteht ein neues genossenschaftliches Schwergewicht in Heilbronn-Franken mit einer Bilanzsumme von rund 4,3 Milliarden Euro und 660 Mitarbeitern. Das neue Institut soll VR Bank Heilbronn-Schwäbisch Hall heißen. Allerdings müssen die beiden Vertreterversammlungen der Fusion noch zustimmen.

Vorstandsvorsitzender der Fusionsbank soll Eberhard Spies werden, derzeit Vorstandsvorsitzender der Volksbank Schwäbisch Hall-Crailsheim. Sein Stellvertreter wird Wolfgang Mauch, derzeit Vorstandsvorsitzender der Volksbank Heilbronn. Timo Wachter aus Heilbronn sowie Tobias Belesnai und Uwe Schrag von der VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim komplettieren den Vorstand.

„Durch den Zusammenschluss der VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim und der Volksbank Heilbronn wird eine starke Bank in der Region für die Region geschaffen“, sagte Eberhard Spies am Dienstag vor der Presse. Sein Kollege Wolfgang Mauch ist überzeugt: „Durch eine gelebte Dezentralität werden wir die Verantwortung für die Menschen in der Region und die Nähe zu unseren Kunden vor Ort selbstverständlich auch weiter aufrechterhalten, sogar noch verbessern.“ Daher werde es auch künftig zwei Vorstandssitze in Schwäbisch Hall und in Heilbronn geben.

Spies und Mauch betonten, dass es im Zuge des Zusammenschlusses keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. „Wir bauchen alle, die Lust haben, mitzumachen. Und sogar noch einige mehr“, sagt Spies.

Niedrigzinsphase erschüttert Geschäftsmodell

Mit dem Zusammenschluss ziehen die beiden Genossenschaftsbanken die Konsequenz aus der prekären Situation der Bankenbranche. Die seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase, deren Ende nicht absehbar ist, macht es den Instituten immer schwerer, auskömmliche Renditen zu erwirtschaften. Zugleich belasten die regulatorischen Anforderungen die Banken immer mehr, dazu kommen die Investitionen in die fortschreitende Digitalisierung der Bankgeschäfte.

Im Fall der Volksbank Heilbronn kommen noch Altlasten dazu, die die Vorgänger von Wolfgang Mauch und Timo Wachter zu verantworten haben. Es geht dabei vor allem um Belastungen aus Wertpapierleihgeschäften sowie unzureichender Risikotragfähigkeit im Kreditgeschäft. Diese Belastungen würden im Rahmen der nun beginnenden Fusionsgespräche innerhalb der genossenschaftlichen Bankengruppe geklärt, betonten Spies und Mauch. „Das ist dann kein Thema mehr“, sagte Spies.

Vergleich in Zahlen

Die VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim ist größer als die Volksbank Heilbronn und daher auch formal das übernehmende Institut. Das zeigt ein Blick auf einige Kennzahlen: Die Haller wiesen Ende 2019 eine Bilanzsumme von 2,33 Milliarden Euro auf, betreiben 24 Geschäftsstellen, beschäftigen 360 Mitarbeiter und haben 65.374 Mitglieder. Die Volksbank Heilbronn kam Ende 2019  auf eine Bilanzsumme von 1,95 Milliarden Euro. Sie hat zwölf Geschäftsstellen, 300 Mitarbeiter und 48.774 Mitglieder.

>> Über alle Hintergründe zum Thema informieren wir an dieser Stelle in Kürze.


Jürgen Paul

Jürgen Paul

Teamleiter Autorenteam Politik/Wirtschaft Regional

Jürgen Paul arbeitet seit 1998 bei der Heilbronner Stimme. Der gebürtige Pfälzer widmet sich der regionalen und überregionalen Wirtschaft, Schwerpunkte sind das Handwerk, die Bankenbranche, der Arbeitsmarkt und die Konjunktur.

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