Thyssenkrupp startet mit neuer Karosseriebau-Tochter

Region/Essen  Das Rätselraten um die Zukunft der regionalen Standorte von Thyssenkrupp ist zu Ende. Wie der Essener Mischkonzern am Montag bekanntgab, wird der Geschäftsbereich rund um den Karosseriebau in einem neuen Unternehmen gebündelt.

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Mühlacker (im Bild), Heilbronn und Weinsberg bilden eine wichtige Säule in der neuen Firma namens Thyssenkrupp Automotive Body Solutions.

Foto: Thyssenkrupp

Unter dem Namen Thyssenkrupp Automotive Body Solutions werden jene Bereiche zusammengeführt, die bislang unter dem Namen System Engineering firmiert haben. Das neue Unternehmen ist den Angaben zufolge spezialisiert auf Karosseriemontagelösungen und die Serienproduktion von Karosserieleichtbauteilen für Kunden aus der Automobilindustrie.

Heilbronn, Weinsberg und Mühlacker zählen als Einheit

In der weiteren Region betrifft die Umstrukturierung, die im September 2020 angekündigt und nun vollzogen wurde, die Standorte Heilbronn, Weinsberg und Mühlacker, die bei Thyssenkrupp als Einheit betrachtet werden. An diesen drei Standorten werden Karosserieleichtbaulösungen für Fahrzeuge entwickelt und in Serie gefertigt.

Wie ein Konzernsprecher auf Stimme-Nachfrage mitteilte, sind an den drei Standorten aktuell 960 Mitarbeiter beschäftigt. Im Zuge des im September angekündigten Personalabbaus wurden dort 96 Stellen gestrichen. Neben der Einheit Heilbronn, Weinsberg und Mühlacker hat Automotive Body Systems noch Inlandsstandorte in Lockweiler (Saarland) und Burghaun (Hessen). Dazu kommen sechs weitere Werke im Ausland.

157 Stellen wurden im Karosseriebau abgebaut

Insgesamt hatte Thyssenkrupp die Streichung von 800 Stellen angekündigt, davon 500 in Deutschland. Der Stellenabbau sei "weitestgehend umgesetzt", teilte der Konzernsprecher gestern mit. Für die 157 wegfallenden Stellen im Karosseriebau habe man im November eine sozialverträgliche Lösung mit Sozialplan erzielt.

Falk Nüßle, Vorstandsvorsitzender von Thyssenkrupp Automotive Body Solutions, sagte: "Als ein eigenständiger Karosseriebauer können wir unternehmerischer und schneller am Markt agieren. Dabei kombinieren wir unsere Kompetenzen im klassischen Anlagenbau mit denen aus der Serienfertigung von Karosseriebauteilen. So können wir unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen aus einer Hand für den gesamten Karosseriebau anbieten."

E-Mobilität bringt neue Aufträge

Das zurückliegende Geschäftsjahr sei gewesen geprägt von der Restrukturierung und der Neuorganisation des Geschäfts. "Damit haben wir unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessert und an Flexibilität im Projektgeschäft gewonnen. Jetzt blicken wir zuversichtlich nach vorne", sagte Nüßle. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt, man profitiere auch vom Trend der Elektromobilität und habe einige vielversprechende Projekte für Elektro-Fahrzeuge gewinnen können, so Nüßle.

 


Jürgen Paul

Jürgen Paul

Teamleiter Autorenteam Politik/Wirtschaft Regional

Jürgen Paul arbeitet seit 1998 bei der Heilbronner Stimme. Der gebürtige Pfälzer widmet sich der regionalen und überregionalen Wirtschaft, Schwerpunkte sind das Handwerk, die Bankenbranche, der Arbeitsmarkt und die Konjunktur.

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