Leiser Wechsel im Ziehl-Abegg-Aufsichtsrat

Künzelsau  Es bleibt in der Familie: Uwe Ziehl übergibt mit dem Jahreswechsel Vorsitz an seinen Sohn Dennis Ziehl. Sindia Ziehl übernimmt Mandat im Kontrollgremium.

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Dennis Ziehl (v. li.) folgt auf seinen Vater Uwe Ziehl an der Spitze des Aufsichtsrats von Ziehl-Abegg. Sindia Ziehl rückt als Aufsichtsrätin nach.

Foto: Ziehl-Abegg

An der Spitze des Aufsichtsrats von Ziehl-Abegg wurde der Staffelstab weitergereicht. Uwe Ziehl übergab zum Jahreswechsel den Vorsitz an seinen Sohn Dennis Ziehl. Uwe Ziehls Tochter Sindia Ziehl rückt als neues Mitglied des Aufsichtsrats nach. Damit sei die Kontinuität bei dem Hohenloher Hersteller von Motoren und Ventilatoren gesichert, teilte das Unternehmen mit.

Nachwuchs wurde an Aufgabe herangeführt

"In vielen Unternehmen ist ein Generationenwechsel holperig und problematisch - Uwe Ziehl hat seit Jahrzehnten gezielt daran gearbeitet, dass wir jetzt reibungslos unseren globalen Erfolgskurs als Technologieführer fortsetzen können", sagt Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl. So hatten Sindia und Dennis Ziehl in den zurückliegenden Jahren auch ohne Mandat mehr als 80 Aufsichtsratssitzungen begleitet.

"Ich danke unserem Vater für die hervorragende technische Entwicklung des global sehr gut aufgestellten Unternehmens in den vergangenen 20 Jahren", teilte Dennis Ziehl mit. Er ist hauptberuflich Geschäftsführer der Ziehl Industrie-Elektronik GmbH in Schwäbisch Hall und Mitglied der IHK-Vollversammlung.

Nicht nur Eigentümer, sondern auch erfolgreicher Unternehmer

Uwe Ziehl wünscht seinen Kindern eine glückliche Hand, viel Erfolg bei der Weiterentwicklung von Ziehl-Abegg und betonte den engen familiären Zusammenhalt. Er gilt als Unternehmer mit Herzblut und großem technischen Verständnis.

Für herausragende berufliche und unternehmerische Leistungen und zum Dank für besondere Verdienste um die baden-württembergische Wirtschaft erhielt der Schwäbisch Haller 2015 die Wirtschaftsmedaille des Landes. Der damalige Wirtschaftsminister Nils Schmid würdigte Ziehls Engagement und betonte die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber. Ziehl-Abegg habe unter Uwe Ziehl "die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region Heilbronn-Franken" gesteigert.

Eigenes Unternehmen gegründet

Operativ war Uwe Ziehl nie bei Ziehl-Abegg tätig, aktiv nur als Gesellschafter und Aufsichtsrat. Schon während seines Ingenieurstudiums gründete er 1967 jedoch die Ziehl Industrie-Elektronik GmbH & Co KG in Schwäbisch Hall, ein Hersteller für Mess- und Regelgeräte. Gleichzeitig wuchs Ziehl-Abegg zu einem weltweit führenden Hersteller von Ventilatoren für Luft- und Klimatechnik sowie Antriebsmotoren für Aufzüge heran.

Umwandlung zur Aktiengesellschaft vorangetrieben

Nach jahrzehntelanger Expansion - auch im Ausland - folgte 2001 die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft in Familienbesitz. 2005 übernahm Uwe Ziehl den Vorsitz des Aufsichtsrats. Dies war möglich, weil er - mit erheblichem persönlichem finanziellem Risiko - alle Anteile in einer Familienholding zusammengeführt hatte, wie es in der Mitteilung des Unternehmens heißt. Dadurch seien auch wichtige Investitionen in Forschung und Entwicklung möglich gewesen, sodass Ziehl-Abegg die Position als Technologieführer ausbauen konnte.

Nach Kriegsende nach Künzelsau gezogen

Gegründet wurde Ziehl-Abegg 1910 in Berlin von Emil Ziehl, dem Großvater von Uwe Ziehl, sowie dem Schweizer Ingenieur Eduard Abegg. Abegg schied nach wenigen Monaten aus. Ziehl hatte den sogenannten Außenläufermotor entwickelt.

Emil Ziehls Söhne Günther (der Vater von Uwe Ziehl) und Heinz zogen nach Kriegsende nach Künzelsau und bauten das Unternehmen erneut auf, zerstritten sich aber später, was in der Gründung von EBM (heute EBM-Papst) mündete. Die Familie hält sich aus der Öffentlichkeit weitgehend zurück. Heute arbeiten weltweit 4300 Mitarbeiter für Ziehl-Abegg, davon 2400 Mitarbeiter an den drei Standorten Künzelsau, Bieringen und Kupferzell.


Christian Gleichauf

Christian Gleichauf

Chefkorrespondent Wirtschaft

Christian Gleichauf schreibt über Menschen, Unternehmen und wirtschaftliche Entwicklungen in der Region Heilbronn-Franken. Seit dem Jahr 2000 ist der gebürtige Südbadener bei der Heilbronner Stimme.

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