Klares Jury-Votum für KI-Innovationspark Heilbronn

Stuttgart  Der Heilbronner Stimme liegt die noch unter Verschluss gehaltene Begründung einer Experten-Jury vor. Folgt Grün-Schwarz der Empfehlung, dann bekommt Heilbronn den Innovationspark Künstliche Intelligenz des Landes Baden-Württemberg.

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Künstliche Intelligenz (KI) gilt in Wissenschaft und Wirtschaft als zentraler Zukunftsbereich. Baden-Württemberg will hierzu einen Innovationspark errichten. Eine Experten-Jury empfiehlt Heilbronn als Standort. Foto: dpa

Aus Sicht der Jury sind die Würfel gefallen: Ein aus Experten und Wissenschaftlern bestehendes Gremium hat sich dafür ausgesprochen, dass der Innovationspark Künstliche Intelligenz (KI) des Landes nach Heilbronn kommt. Das Ergebnisprotokoll der Jury-Sitzung vom 5. Juli liegt der "Heilbronner Stimme" vor. Bislang gab es zwar Gerüchte über die Entscheidung, das definitive Votum wird aber vom Stuttgarter Wirtschaftsministerium unter Verschluss gehalten. Am kommenden Dienstag will sich das Kabinett mit dem Thema befassen.

"Die Jury empfiehlt dem Land Baden-Württemberg das Konsortium KI Baden-Württemberg/Heilbronn als besten strategischen Partner für die Realisierung des Innovationsparks KI Baden-Württemberg" lautet der Beschluss des Gremiums. Bei der Abstimmung hat Heilbronn acht Stimmen bekommen, zwei Stimmen gingen an den Mitbewerber, ein Konsortium bestehend aus den Regionen Stuttgart, Karlsruhe und Neckar-Alb.

Gremium

Die zehnköpfige Jury bestand aus Vertretern aus Deutschland, Schweiz, Spanien und den USA. Vorsitzender ist Günther Leßnerkraus vom Wirtschaftsministerium.

Finanzierung wird aufgeteilt

Das Land will mit dem Innovationspark einen KI-Forschungsstandort mit weltweiter Ausstrahlung schaffen. Der Landtag hatte im Oktober 2020 hierfür 50 Millionen Euro freigegeben. Weitere 50 Millionen Euro sollen von den Initiatoren des Gewinner-Standorts kommen.

Für Heilbronn hat sich ein regionales Konsortium beworben, zu dem neben der Stadt auch die Dieter-Schwarz-Stiftung sowie die Stadtsiedlung, Hochschulen, Verbände und Unternehmen gehören. Als Standort ist eine Fläche im Gewerbegebiet Steinäcker im Stadtteil Neckargartach vorgesehen, der geplanten Erweiterungsfläche der Böllinger Höfe.

Projekt mit internationaler Strahlkraft

Die Jury erklärt in ihrem Urteil, das Konsortium Heilbronn verfüge über ein "inhaltlich schlüssiges und konkretisiertes Gesamtkonzept, das die geplante Umsetzung als zentraler Campus zur Schaffung eines Ökosystems mit internationaler Strahlkraft besonders erfolgversprechend erscheinen lässt". Heilbronn setze den Fokus auf KI in den Bereichen Produktion und Logistik, Handel und Distribution, Public Services und Daseinsvorsorge sowie Life Science. Zudem würde die gesamte KI-Wertschöpfungskette berücksichtigt - von der Ausbildung über die Talentgewinnung bis hin zu Startups und anderen KI-Unternehmen. Auch das Geschäftsmodell mit einer Vision bis ins Jahr 2045 sei überzeugend.

Die Jury hebt hervor, dass die Finanzierung des Eigenanteils in Heilbronn gesichert sei. Diese werde durch die Schwarz-Gruppe zu Beginn des Vorhabens bereitgestellt. Zudem stelle die Dieter-Schwarz-Stiftung weitere Mittel in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro "für begleitende gemeinnützige Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Innovationspark KI in Aussicht". Es stehe von Anfang an Liquidität "in beträchtlichem Umfang" zur Verfügung, heißt es weiter.

Stadt attraktiv für junge Talente

Weiter sei Heilbronn aus Jury-Sicht für junge Talente besonders ansprechend und der Standort zähle zu den drei dynamischsten Regionen in Deutschland. Attraktiv für junge Talente sei auch, dass die Lebenshaltungskosten in der Stadt vergleichsweise gering seien.

Zudem befürwortet die Jury den "monozentrischen Ansatz", also Heilbronn als alleinigen Standort. Dieser sei besser geeignet als ein Modell mit mehreren Standorten. Zudem sei das Konsortium Heilbronn wirtschaftlich und universitär sehr gut vernetzt. Jetzt muss die Landesregierung entscheiden, wohin der KI-Park am Ende kommt.


Michael Schwarz

Michael Schwarz

Chefkorrespondent Landespolitik

Michael Schwarz ist seit 2005 bei der Heilbronner Stimme. Landesregierung, Landtag, Parteien, Fraktionen, Politiker - Schwarz beobachtet rund um die Uhr die landespolitischen Akteure in Stuttgart und geht der Frage nach, ob diese einen guten Job machen.

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