Busausstatter meisterte den Neustart unter Corona-Bedingungen

Obersulm  Der Busausstatter Frenzel aus Obersulm-Sülzbach konzentriert sich ein Jahr nach der Umstrukturierung nun auf Automaten und Küchen für Reisebusse.

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Andreas Frenzel mit einem Snack- und Getränkeautomaten, wie sie auf Fernbuslinien im Einsatz sind.

Foto: Heiko Fritze

Der Umbau von Reisebussen ruht zurzeit. Kein Wunder - im Zuge der Corona-Pandemie sind nicht nur die Busreisen weitgehend eingeschlafen, auch viele Sportmannschaften müssen mit den verschärften Bedingungen klar kommen und verzichten überwiegend auf die Anschaffung neuer Teambusse. Dabei war dies lange Jahre das Spezialgebiet des Busausstatters Frenzel. Ein Jahr nach dem Neustart aus der Insolvenz konzentriert sich das Unternehmen nun auf sein zweites Standbein: Automaten und Küchen für Reisebusse.

Automaten statt offener Küchen

Auch hier ist die Lage wegen Corona nicht ganz einfach, berichtet Geschäftsführer Andreas Frenzel: Offene Küchen dürfen momentan in Bussen nicht betrieben werden. Dafür boomen die Automaten - denn sie sind weiterhin von den Gesundheitsbehörden erlaubt und zum Beispiel auf Fernbuslinien im Einsatz. Ganz wiegt dieses Zusatzgeschäft die Einbußen der anderen Zweige aber nicht auf: Die 40-köpfige Belegschaft ist derzeit in Kurzarbeit, sagt Frenzel. "Langsam erholt sich der Markt", erzählt er. "Wir profitieren vor allem von der Nachrüstung." Etwa dem Einbau von Tischen, weil Busunternehmer ohnehin die Sitzreihen reduzieren mussten.

Türkischer Teilhaber

Der Neustart im vergangenen Oktober geschah in reduziertem Umfang. Ein türkischer Partner hat die Hälfte der Anteile an der Firma übernommen, die andere Hälfte liegt nun bei Andreas Frenzels Frau. Die Türkei sei ohnehin ein interessanter Markt, erklärt der Geschäftsführer: Zum einen sind dort viele namhafte Hersteller mit Werken ansässig, zum anderen gebe es dort viel Busverkehr. Zum neuen Gesellschafter bestanden daher schon jahrelange Beziehungen.

Gebäude wurde aufgeteilt

Die große Halle in Obersulm-Sülzbach ist dafür aufgeteilt worden: Einen Teil der Büroflächen und der Werkstatt belegt nun der Werkstattausrüster Texa Deutschland. Vergangenen Freitag wurde die Einweihung des neuen Firmensitzes gefeiert. Frenzel ist jetzt auf verkleinerter Fläche tätig. Die Maschinen wurden zusammengerückt, die Büros vom neuen Besitzer der Immobilie umfassend modernisiert.

Auch wenn nun vor allem Getränke- und Snack-Automaten in der Werkhalle stehen - ganz vom Geschäft mit individueller Busveredelung hat sich der Betrieb nicht verabschiedet. Erste Verhandlungen liefen bereits wieder, sagt Andreas Frenzel. Auch auf der verkleinerten Fläche sei noch Platz, um einen Reisebus nach Kundenwünschen umzubauen. "Für uns ist die Perspektive mehr als das Automatengeschäft." Zumal als weiteres Standbein die Herstellung von Kühlboxen für Blutspenden oder von bustauglichen Desinfektionsmittelspendern besteht.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

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