Audi: Neckarsulm entwickelt künftig Batterien für Elektroautos

Neckarsulm  Der Standort des Autobauers wird Kompetenzzentrum für Akkus in vollelektrischen Fahrzeugen. Bis Ende 2022 wird ein neues Gebäude mit Werkstätten, Prüfständen und Büros errichtet. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten entsprechende Weiterbildungsangebote.

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Das Audi-Werk in Neckarsulm aus der Vogelperspektive. Foto: Audi

Audi stärkt die technische Entwicklung am Standort Neckarsulm: Wie die Heilbronner Stimme exklusiv erfahren hat, baut das Unternehmen im Werk ein Kompetenzzentrum für die Entwicklung von Batterien künftiger Elektroautos auf. Unter anderem entsteht bis Ende 2022 ein Multifunktionsgebäude, in dem Werkstätten, Prüfstände und Büros untergebracht sein werden. Spätestens 2023 wird ein Batterie-Technikum in Betrieb gehen - dort sollen Prototypen für neue Akkus erforscht und erprobt werden.

"Bedeutender Entwicklungs-Standort im Konzernverbund"

"Neckarsulm ist ein bedeutender Entwicklungs-Standort im Konzernverbund und mir persönlich auch sehr wichtig", sagt der zuständige Vorstand Oliver Hoffmann. "Mit dieser Entscheidung treiben wir den Ausbau strategisch wichtiger Kompetenzen für die Elektromobilität in Neckarsulm weiter voran." Am Stammsitz in Ingolstadt läuft die Entwicklung an neuen Batterien für E-Autos auch in Zukunft weiter, perspektivisch wird Neckarsulm personell die Verantwortung für die Zukunftstechnologie inne haben. Die Batterien für Plug-in-Hybride werden bereits seit 2020 in Neckarsulm entwickelt.

Verbrennungsmotoren werden weiter optimiert

Dafür soll nun in den nächsten Jahren das entsprechend qualifizierte Personal aufgebaut werden. Am Standort Neckarsulm sind derzeit etwa 1650 Menschen in der technischen Entwicklung beschäftigt. Rund 400 von ihnen arbeiten direkt an der Entwicklung von Verbrennungsmotoren. "Vieles wird in den nächsten Jahren parallel laufen. Wir erhöhen den Grad der Elektrifizierung, gleichzeitig entwickeln wir unsere erfolgreichen Diesel- und Benzinmotoren weiter hin zu mehr Effizienz und Leistung", so Hoffmann.

"Die letzten Verbrenner werden die besten sein, das ist ein hoher Anspruch gerade im Hinblick auf die neue Abgasnorm Euro 7." Mittelfristig sollen die Angestellten in dem Bereich entsprechend qualifiziert werden, um künftig in die Batterie-Entwicklung wechseln zu können. Hoffmann: "Unser Ziel ist, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter vom Unternehmen ein Transformationsangebot erhält."

Dreistelliger Millionenbetrag für neue Gebäude und Produktionsanlagen

Nach Informationen der Heilbronner Stimme nimmt Audi für neue Gebäude und Produktionsanlagen in Neckarsulm in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in die Hand, etwa 500 bis 600 Millionen Euro. Unter anderem erhält das Werk eine neue Lackiererei mit einer Kapazität von 300.000 Fahrzeugen. Baubeginn ist 2022, mit geschätzten 100 bis 150 Millionen Euro ist sie die größte Investition. Zusammen mit der dritten Ausbaustufe der Montage wird der Standort auf die Produktion künftiger E-Modelle vorbereitet.

Ein Neubau der Montage sei laut Werkleiter Fred Schulze bereits auf eine Mischfertigung von Verbrenner- und Elektromodellen vorbereitet. "Die Entscheidung, die Hochvolt-Batterieentwicklung und ein Batterie-Technikum in Neckarsulm anzusiedeln, ist ein deutliches Bekenntnis zur langfristigen Sicherung des Standorts", so Schulze.

Auslastung

Die nächste Generation der Modellfamilie A4/A5 nach Neckarsulm zu holen, soll dem Standort nach der Unterauslastung der vergangenen Jahre ab 2023 deutlich Aufschwung geben. Zumal im selben Zeitraum auch der Modellwechsel bei den Baureihen A6/A7 ansteht. "Meine Vision ist, dass wir hier am Standort noch mal mehr als 300.000 Autos jährlich bauen", sagt Werkleiter Fred Schulze. Von 2024 bis etwa 2027 erwartet er für Neckarsulm damit eine sehr hohe Auslastung. Zudem bleibe genügend Zeit, um E-Autos an den Standort zu holen

 


Alexander Schnell

Alexander Schnell

Ressortleiter Leben und Freizeit

Alexander Schnell leitet seit 1. Juni 2006 das Ressort Leben und Freizeit und ist damit für alle Sonderveröffentlichungen des Medienunternehmens zuständig. Dazu gehören unter anderem auch das Wochenendmagazin Freizeit und die Autostimme. Ein Spezialgebiet des gebürtigen Heilbronners sind alle Themen rund ums Auto und Mobilität. Darüber hinaus ist Schnell Mitglied der Chefredaktion.

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