Unabhängiger Aktionär kritisiert R.Stahl-Management scharf

Köln/Waldenburg  Mit einem scharf formulierten offenen Brief an das R. Stahl-Management hat sich in dem Übernahmekampf die börsennotierte Kölner Investmentfirma Scherzer zu Wort gemeldet, die nach eigenen Angaben zwei Prozent der R. Stahl-Aktien hält.

Von Manfred Stockburger
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In Euro entspricht das beim Angebotspreis von 50 Euro gut sechs Millionen. Die Scherzer-Chefs Georg Issels und Hans-Peter Neuroth beobachten die Entwicklungen "mit wachsender Irritation und einer zunehmenden Skepsis". Sie befürchten, dass die R. Stahl-Spitze "nicht die Interessen aller Aktionäre vertrete, sondern lediglich unklaren Partikularinteresse verpflichtet scheine".

Aktienrückkauf: Dass die R. Stahl AG für mehr als fünf Millionen Euro eigene Aktien erworben hat, halten die Scherzer-Vorstände für einen klaren Verstoß gegen das Wertpapierübernahmegesetz. Sie begründen dies mit der öffentliche Äußerung von Finanzvorstand Bernd Marx, dass damit erreicht werden sollte, "dass die positive Entwicklung von R. Stahl nicht durch Minderheitsaktionäre behindert wird, die abweichende strategische Interessen verfolgen".

Gutachten: Scherzer fordert deswegen, dass R. Stahl ein Gutachten der Beratungsfirma Ebner Stolz - oder zumindest die wichtigsten Eckdaten daraus - veröffentlicht wird, mit dem das Unternehmen seine Ablehnung der Weidmüller-Offerte begründet hat.

Alternativen: Darüber hinaus sollen den Aktionären "gangbare Alternativen" zum Weidmüller-Angebot aufgezeigt werden. Die "Blockade-Konstellation" müsse nicht im Interesse aller Aktionäre sein.

Ohne sich auf die Annahme des Weidmüller-Angebots festzulegen, fordern die Scherzer-Vorstände, konstruktive Gespräche zu führen oder eben Alternativen aufzuzeigen - etwa in Form eines eigenen Kaufangebots in Höhe von 50 Euro durch die Familienaktionäre.


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