Kaufland eröffnet in der Republik Moldau erste Filialen

Neckarsulm  Zwischen Rumänien und der Ukraine liegt die Republik Moldau, in deren Hauptstadt Chisinau die Neckarsulmer Handelskette Kaufland die ersten beiden Filialen eröffnet hat. Damit ist das Unternehmen jetzt in acht Ländern aktiv.

Von Manfred Stockburger

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Mit der Eröffnung seiner Filialen in Moldau ist Kaufland nun erstmals in einer ehemaligen Sowjetrepublik tätig. Foto: Kaufland

Auf der nach oben offenen Abenteuerskala der Schwarz-Gruppe sind die ersten beiden Filialen in der Republik Moldau weit unterhalb des Mega-Vorhabens Australien angesiedelt – und doch betritt das Unternehmen in dem auch als Moldawien bekannten Staat nicht nur ein neues Land sondern auch Neuland: Erstmals ist Kaufland mit Filialen in einer früheren Sowjetrepublik vertreten. Der Staat zwischen Rumänien und der Ukraine hat 2,9 Millionen Einwohner.

Zugleich ist die Republik Moldau mit einer Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung von 2700 Dollar eines der ärmsten Länder Europas. Das monatliche Durchschnittseinkommen beträgt laut der Länderdatenbank des Auswärtigen Amts umgerechnet knapp 340 Euro – wobei es ein großes Stadt-Land-Gefälle gibt.

 Rund 3000 Artikel aus einheimischer Produktion

In der Hauptstadt Chisinau mit 530 000 Einwohner haben die Neckarsulmer mit der Zentrale und zwei Filialen bereits 750 Arbeitsplätze geschaffen. Auch mit dem Sortiment geht Kaufland auf die lokale Wirtschaft ein, indem 3200 Produkte aus landeseigener Produktion eingelistet wurden. Schweinefleich, gekühltes Hühnerfleisch, Fisch und einige weitere Kategorien kommen zu 100 Prozent aus Moldawien.

Kaufland in Muldau_
Das Sortiment beinhaltet rund 3000 Artikel aus einheimischer Produktion. Foto: Kaufland
 

Geschäftsführer Marco Hößl, der in Personalunion auch für das Kaufland-Vorzeigeland Rumänien zuständig ist, verspricht zur Eröffnung Qualität und Vielfalt im Sortiment, aber auch neue Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und mehr Umweltschutz. 

Pfand ohne System 

Die Filialen entsprechen dem neuesten Kaufland-Konzept und mit modernster Energiespartechnik ausgestattet. Neu in Moldavien sind auch Pfandautomaten, die Pet-Flaschen, Glas und Aluminiumdosen einsammeln und um Gegenzug Gutscheine ausgeben. In der von Sowjetarchitektur geprägten Hauptstadt wirken die 3000 beziehungsweise 4500 Quadratmeter großen Verkaufsstätten einerseits wie von einem anderen Planeten.

Andererseits versuchen die Kaufland-Manager, sich mit auf mit verschiedenen Angeboten wie Wechselstuben, Tabakläden und Konditoreien im Vorkassenbereich sowie mit Bedientheken für Fertigprodukte in den Märkten lokale Begebenheiten und Gewohnheiten anzupassen. Die Filialen sind zweisprachig ausgeschildert: Rumänisch und russisch.

Kaufland-Manager Marco Hößl verspricht zur Eröffnung der ersten Märkte eine weitere Expansion in dem Land, das über eine Freihandelszone und ein Assoziierungsabkommen mit der EU verbunden ist.

 


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