Audi verlängert Kurzarbeit in Neckarsulm

Neckarsulm  Große Teile des Neckarsulmer Werks stehen eine Woche länger bis zum 19. April still. Das gab das Unternehmen jetzt bekannt. Inzwischen sind mehr als 9000 Mitarbeiter am Standort betroffen.

Email

Die Audi AG verschärft die Sparmaßnahmen in der Corona-Krise weiter. Im Werk Neckarsulm verlängert der Autobauer „wegen absehbarer nachhaltiger Einflüsse auf die Weltwirtschaft“ die Kurzarbeit bis 19. April. In Ingolstadt bleibt es vorerst beim Zeitraum bis 12. April.

30.000 Mitarbeiter insgesamt betroffen. Tendenz steigend

Insgesamt sind bei Audi derzeit rund 30.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit, davon 9000 in Neckarsulm. Hier dürfte die Zahl bald noch steigen, weil einige Teile des Werks auch indirekt von der Kurzarbeit betroffen sind. So komme es in weiteren Bereichen zu Arbeitsausfällen, etwa in Teilen der Beschaffung, teilte ein Sprecher mit.

Bislang waren vor allem die Fahrzeugfertigung, tangierende Bereiche wie die Qualitätssicherung sowie Mitarbeiter aus der Fahrzeugauslieferung und der Gästebetreuung betroffen.

Information über Hotline und Webseite

Die Mitarbeiter wurden am Freitag auf verschiedenen Wegen über die Entscheidung informiert. Zum einen über die klassischen Aushänge oder über ihre Vorgesetzten und übers Intranet, aber auch über die Webseite wirsind.audi, die auch von privaten Endgeräten erreichbar ist. Zudem hat der Konzern eine Hotline geschaltet, auf der Mitarbeiter sich über die aktuellen Entwicklungen informieren können.

Schrittweise verlängert

Es ist der dritte Schritt in der aktuellen Absatzkrise. Im ersten hatte Audi in enger Absprache mit dem Betriebsrat und dem Volkswagen-Konzern eine Produktionsruhe in Ingolstadt und Neckarsulm für zwei Wochen bis einschließlich 5. April vereinbart. Im nächsten Schritt wurde dieser Zeitraum um eine Woche bis einschließlich 12. April verlängert. Nun kam die nächste Verlängerung um eine Woche in Neckarsulm.

Am 20. April soll es weitergehen

Ob die Arbeit am Standort Neckarsulm dann am 20. April wieder aufgenommen wird, steht noch nicht endgültig fest. Der Krisenstab tagt täglich. „Wir beobachten die Situation ständig, aber gehen derzeit davon aus, dass die Produktion dann wieder anlaufen wird“, erklärte der Audi-Sprecher.

 

 


Christian Gleichauf

Christian Gleichauf

Chefkorrespondent Wirtschaft

Christian Gleichauf schreibt über Menschen, Unternehmen und wirtschaftliche Entwicklungen in der Region Heilbronn-Franken. Seit dem Jahr 2000 ist der gebürtige Südbadener bei der Heilbronner Stimme.

Kommentar hinzufügen