Zaberfeld: Auto-Zulieferer spielt die Hauptrolle in der Gemeinde

Auch der Tourismus wird gefördert

Von Alexander Rülke


Ein Blick hinter die Kulissen der Bissinger Stahlbau und Behälter GmbH: Hier werden zum Beispiel Großbehälter aus Schwarzstahl geschweißt.
Zaberfeld - Rund 4000 Einwohner zählt die Gemeinde Zaberfeld. Die Hälfte davon wohnt in Zaberfeld selbst, der Rest in den Teilorten Ochsenburg (630), Leonbronn (740) und Michelbach (650). Darum ist es logisch, dass sich die größte Gewerbefläche in Zaberfeld selbst befindet. „Seit 1965 besteht das Gebiet Hohe Egarten“, sagt Bürgermeister Thilo Michler. Initiiert wurde die Schaffung der Gewerbefläche durch die Ansiedlung der Firma Zipperle. Diese stellte Sonnenblenden für die Automobilindustrie her.

Heute befinden sich an dieser Stelle zwei Unternehmen: erstens der Automobilzulieferer Magna-Donnelly mit rund 230 Beschäftigten. Zweitens Vorwerk Dichtungssysteme mit 90 Mitarbeitern. „Die Firma Zipperle wurde damals verkauft, weil kein Betriebsnachfolger zur Verfügung stand“, weiß Thilo Michler. „Magna-Donnelly ist unser wichtigster Arbeitgeber, weil auch weitere Firmen wie zum Beispiel Dickmann Elektrotechnik eng mit MD zusammenarbeiten.“

Bei Magna-Donnelly werden Sonnenblenden für Autos gefertigt.
Neben Magna-Donnelly sind im rund 15 Hektar großen Gebiet „Hohe Egarten“ noch die Spedition Heinrich, der Gemeindebauhof, der Metallbearbeiter Federmann, Bissinger Behälter- und Stahlbau sowie Schwarz Pulverbeschichtungen ansässig. Michler: „Direkt an das Gebiet grenzen noch rund drei Hektar an, die bislang unerschlossen sind. Hier könnten wir sofort erweitern, wenn es denn nötig werden sollte.“ Weitere freie Flächen stehen hingegen nicht mehr zur Verfügung. „Hohe Egarten dient allein der Bestandspflege.“

65 Betriebe

Insgesamt befinden sich in Gesamt-Zaberfeld 65 Handels- und Handwerksbetriebe, darunter beispielsweise drei Banken und drei Autohäuser. Eine große Zahl angesichts des kleinen Ortes, wie Thilo Michler betont. Über 100 Arbeitsplätze generiert die Firma BHS, die im Zaberfelder Schloss sitzt und sich mit Qualitätsmanagement beschäftigt. Im Teilort Ochsenburg besonders erwähnenswert ist die Firma Schaffer, ein überregional bekannter Großhändler für Grabsteine. „Ochsenburg hat früher vom Steinbruch gelebt, darum findet man dort auch heute noch zahlreiche Steinhauer und Künstler.“

Zaberfelds Rathaus-Chef Thilo Michler: „Magna-Donnelly ist unser wichtigster Arbeitgeber, weil weitere Firmen mit MD zusammenarbeiten.“Foto: Alexander Rülke
In Michelbach bildet das Unternehmen Meier Germany einen zentralen Gewerbepunkt. „Dort wird hochwertiges Dekorationsspielzeug aus Massivholz hergestellt. So eine Figur, zum Beispiel ein Schaf, kann schnell 500 Euro oder mehr kosten.“ Leerstand herrscht dagegen in Leonbronn vor. Die Firma Fried musste im Jahr 2007 Insolvenz beantragen – seitdem werden rund fünf Hektar Fläche nicht genutzt. „Zu Glanzzeiten hatten bei Fried rund 100 Menschen einen Job, doch mittlerweile ist der Gewächshausbau nach Holland abgewandert.“ Der Markt sei zusammengebrochen, darum sei es schwer, einen neuen Investor zu finden.

Langwiesen

Während der noch zur Verfügung stehende Raum in „Hohe Egarten“ für bestehende Firmen gedacht ist, verfolgt man mit dem interkommunalen Gebiet „Langwiesen“ andere Ziele. Neben Zaberfeld mit einer Beteiligung in Höhe von 5,5 Prozent sitzen Brackenheim (48,6 Prozent), Cleebronn (14 Prozent), Güglingen (24,8 Prozent), Nordheim (0,5 Prozent) und Pfaffenhofen (6,6 Prozent) mit im Boot. „Das Gebiet ist für uns sehr wichtig, da hier viel freie Fläche auch für größere Unternehmen zur Verfügung steht“, sagt Thilo Michler. Insgesamt 73 Hektar umfasst das Verbandsgebiet auf den Gemarkungen Güglingen-Frauenzimmern und Cleebronn. Ins Leben gerufen wurde der Zweckverband Wirtschaftsförderung Zabergäu in den 70er Jahren, um die strukturschwache Region voran zu bringen. „Dabei handelt es sich um den ersten Zweckverband dieser Art bundesweit“, sagt Zaberfelds Bürgermeister nicht ohne Stolz.

Zukunftspläne

Silvia Rapp von der Schwarz GmbH beim Abhängen von bearbeiteten Rohteilen für Computergehäuse der Firma Siemens.Fotos: Guido Sawatzki
Ausgebaut werden soll in Zaberfeld der Tourismusbereich. Am Stausee Ehmetsklinge entsteht seit 19. Mai das Naturparkzentrum Stromberg-Heuchelberg. In dem Neubau sollen den Besuchern zukünftig Wald, Wiesen, Wasser und Wein nahe gebracht werden. Das Gesamt-Investitionsvolumen beträgt rund eine Million Euro, die Fertigstellung soll in rund einem Jahr über die Bühne gegangen sein. „Der Tourismus ist natürlich auch für uns ein Wirtschaftsfaktor“, sagt Thilo Michler. „Schließlich leben wir hier in einer wunderschönen Landschaft in der Mitte zwischen Karlsruhe und Heilbronn.“


Hintergrund: Hohe Egarten

Adresse: an der Eugen-Zipperle-Straße
Gesamtgröße: 15 Hektar
Freie Fläche: rund drei Hektar, unerschlossen
Ansprechpartner: Gemeinde Zaberfeld, Bürgermeister Thilo Michler, Schloßberg 5, 74374 Zaberfeld, Telefon: 07046/962630, Telefax: 07046/962626, E-Mail: Thilo.Michler@Zaberfeld.de, Internet: www.Zaberfeld.de