Schwarz-Gruppe steigert den Umsatz kräftig

Neckarsulm - Die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe hat ihren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 60 Milliarden Euro gesteigert. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 20.000 auf europaweit 310.000 Beschäftigte, teilte das Unternehmen jetzt mit.


Neckarsulm - Die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe hat ihren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 5,2 Milliarden auf 60 Milliarden Euro gesteigert. „Damit haben wir unsere Planung übertroffen“, sagt Klaus Gehrig, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Unternehmensgruppe Schwarz. 20.000 zusätzliche Mitarbeiter sind in die Belegschaften von Lidl und Kaufland aufgenommen worden, jetzt beträgt die Kopfzahl der Mitarbeiter europaweit 310.000.

Die Kaufland-Gruppe hat zum Umsatz im vergangenen Jahr rund 18 Milliarden Euro erwirtschaftet, wie Gehrig mitteilte. Der Auslandsanteil der Großflächensparte, die neben Deutschland in verschiedenen osteuropäischen Staaten aktiv ist, habe bei etwa 30 Prozent gelegen. In Deutschland gibt es aktuell über 600 Kaufland-Märkte, weitere gut 400 stehen im Ausland.

9.000 Filialen

Lidl hat mit inzwischen über 9.000 Filialen und 136 Zentrallagern in fast ganz Europa im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 42 Milliarden Euro erwirtschaftet, für 15 Milliarden davon zeichneten die rund 3.300 deutschen Filialen verantwortlich, die von mittlerweile 37 selbstständigen Gesellschaften aus geführt werden.

Backshops

In Deutschland investiere das Unternehmen zurzeit einen dreistelligen Millionenbetrag in die flächendeckende Einrichtung von Backshops. „Unsere Mitbewerber sind da schon weiter“, sagt der Generalbevollmächtigte Walter Pötter. „Wir sind der letzte Lebensmittel-Filialbetrieb, der mit Backwaren anfängt.“

In der nächsten Zeit werde Lidl die europaweit 10.000. Filiale eröffnen, heißt es. Allerdings liege der Fokus der Expansion mittlerweile vor allem bei der Vergrößerung bestehender Standorte. Unter anderem investiere Lidl in Frankreich derzeit in die Reorganisation des Filialnetzes, nachdem eine Veränderung des Planungsrechts dies ermöglicht habe. Mit rund 1.600 Märkten ist Frankreich nach Deutschland das zweitwichtigste Land für den Discounter. Neu in Angriff nehmen werde Lidl in den kommenden Monaten Serbien und Litauen. Ob für Lidl auch die Türkei interessant sei, werde derzeit geprüft. Kaufland wird den türkischen Markt dagegen definitiv nicht angehen.

Verschachtelt

Zum Ergebnis macht das Unternehmen, dessen verschachtelte Struktur dazu führt, dass die Pflichtangaben im Handelsregister kein Gesamtbild über die wirtschaftliche Lage ermöglichen,  keine Angaben. Die Banken seinen mit dem Ergebnis jedoch zufrieden gewesen, heißt es in der Neckarsulmer Unternehmenszentrale.

EHEC-Wirkungen

Um bis zu 70 Prozent sei der Umsatz bei Gurken, Salat und Tomaten in den deutschen Lidl-Filialen zurückgegangen, seit der EHEC-Keim die Bevölkerung verunsichert, sagte Walter Pötter, der vor Jahren das Obst- und Gemüse-Sortiment bei Lidl aufgebaut hatte. Er geht davon aus, dass sich der Markt mittelfristig erholen werde. Für die betroffenen Lieferanten sei die Lage allerdings hart. „Wir können nur froh sein, dass kein Lebensmittelhändler daran beteiligt ist.“ mfd / Fotocombo: stimme.de