Planmäßiger Durchstich im Salzwerk

Heilbronn - Ein neuer Stollen verbindet jetzt zwei Gruben der Salzwerke in Heilbronn und Bad Friedrichshall-Kochendorf. Über die 4,2 Kilometer lange Strecke sollen Abfälle, die in Kochendorf gelagert sind, nach Heilbronn transportiert werden.

Von Werner Tewes
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Heilbronn - Die Daten: 4,3 Kilometer lang, mehr als sieben Meter breit, gut fünf Meter hoch. Seit Montagmittag sind die Gruben der Südwestdeutschen Salzwerke AG (SWS) in Heilbronn und dem Bad Friedrichshaller Stadtteil Kochendorf durch einen neuen Stollen mit eben diesen Ausmaßen 180 Meter unter der Erdoberfläche miteinander verbunden. Netto rund drei Millionen Euro hat sich das Unternehmen das kosten lassen. Eine Investition "mit Weitsicht", so SWS-Vorstandschef Ekkehard Schneider: "Die neue Verbindungsstrecke ist ein klares Bekenntnis zur Region."

Künftig sollen durch den Stollen Abfälle, die in der Kochendorfer Deponie aufbereitet werden, unter Tage nach Heilbronn transportiert und dort gelagert werden. Hintergrund ist: Die Stollen in Bad Friedrichshall sind laut Unternehmensleitung voraussichtlich in 15 Monaten restlos aufgefüllt. In Heilbronn hingegen reichen die vorhandenen Hohlräume nach Angaben Schneiders für "die nächsten 25 Jahre", um Abfälle einzulagern. Wichtig ist das deshalb, weil der Bereich Entsorgung zwar nicht das Hauptgeschäft der SWS AG darstellt, aber dennoch nicht unbedeutend ist.

Wichtiges Segment

Etwa 34 Millionen Euro erwirtschaftet das Unternehmen jährlich in diesem Segment − und damit fast ein Achtel des konzernweiten Umsatzes. Rund 180 Mitarbeiter an den Standorten Heilbronn und Bad Friedrichshall sind in dem Geschäftsbereich für die SWS AG tätig. Zum Vergleich: 1100 Beschäftigte sind es im gesamten Unternehmen, davon rund 750 in der Region. "Die Arbeitsplätze im Bereich Entsorgung", so Vorstandschef Schneider, "werden durch die neue Verbindungsstrecke gesichert." Der Plan sieht vor, dass der Verbindungsstollen in den kommenden Wochen Förderbänder erhalten wird, mit deren Hilfe die Abfälle dann transportiert werden können. Kostenpunkt: weitere rund 1,5 Millionen Euro.

Begonnen hatten die Bauarbeiten an dem Tunnel bereits im November 2007. Planmäßig erfolgte jetzt der Durchbruch. Oder "Durchschnitt", wie Schneider es nennt. Schließlich hat man nicht nur das letzte Teilstück, sondern insgesamt sogar 80 Prozent der 4,3 Kilometer langen Gesamtstrecke mithilfe der Salzschneidemaschine Continuous Miner freigemacht. Dass das Unternehmen beim Bau nebenbei Salz gewinnen konnte, half dabei, die tatsächlichen Investitionskosten zu drücken. Diese waren eigentlich mit 8,5 Millionen Euro veranschlagt.

Auf Kurs

Doch nicht nur im Bereich Entsorgung, auch sonst befindet sich die SWS AG weiter auf Erfolgskurs. Das Unternehmen hält am Ziel fest, 2010 ein Rekordjahr erreichen zu wollen. Auf den Weg, Salz künftig komplett ohne Sprengungen abbauen zu können, peilt der Vorstand für Ende November ein weiteres Etappenziel an: Dann soll der dritte Continuous Miner in Betrieb genommen werden. Schneider plant zudem, bis Ende dieses Jahres die vierte Schneidemaschine zu bestellen. Bei einer Abbauleistung von je einer Million Tonnen Salz jährlich wären mindestens fünf Continuous Miner nötig, um den Gesamtbedarf der SWS AG zu decken.


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