Lidl trennt sich von Vorstandschef Sven Seidel

Neckarsulm  Wie günstig muss Lidl sein? Aufgrund unterschiedlicher strategischer Geschäftsauffassungen hat sich die Schwarz-Gruppe von Lidl-Vorstandschef Sven Seidel getrennt.

Von Manfred Stockburger

Sven Seidel hat Lidl verlassen. Foto: Archiv

Seit seinem Amtsantritt im März 2014 hatte der 43-Jährige, der nach einer Ausbildung bei Kaufland für die Beratungsfirma Porsche Consulting gearbeitet hatte, den Discounter modernisiert und die Strukturen professionalisiert. 

Zuletzt ist Seidel offenbar mit Konzernchef Klaus Gehrig (68) aneinandergeraten, der unter anderem mit dem Lidl-Engagement im Handball-Sponsoring unglücklich war, das Seidel zur Image-Verbesserung vorangetrieben hatte. Umsätze und Beliebtheit des Discounters stiegen unter seiner Führung deutlich.

Gehrig hingegen ist ein Vertreter der klassischen Discount-Lehre. Der Start von Lidl Express, mit dem das Unternehmen in den Online-Vertrieb von Frische-Artikeln einsteigen möchte, wurde in den vergangenen Monaten mehrfach verschoben.

Jesper Hojer wird der neue Lidl-Chef. Foto: privat

Zu Seidels Nachfolger wurde Jesper Hojer (38) berufen, der bisher im Lidl-Vorstand den internationalen Einkauf verantwortete. 

Neue Führungsstruktur der Schwarz-Gruppe

Erstmals gibt es an der Spitze der Neckarsulmer Schwarz-Gruppe ein fünfköpfiges Führungsgremium, das gemeinsam über strategische Themen des Handelskonzerns entscheidet. 

Eine Struktur, die den viertgrößten Handelskonzern der Welt durch eine zentralere Steuerung regierbar halten und zugleich den Organisationen von Lidl und Kaufland im Tagesgeschäft den Rücken freihalten soll - mit einem Umsatz, der im laufenden Geschäftsjahr 2016/17 erstmals die 90-Milliarden-Euro-Marke überschreiten wird, gibt es dort genügend Aufgaben.

 

Kommentar: Schlechter Reflex

Erneut hat Schwarz-Konzernchef Klaus Gehrig einen Lidl-Chef entlassen. Stimme-Redakteur Manfred Stockburger kommentiert.

 

 


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