Läpple schließt sein Werk in Carlow

Autozulieferer verlagert Werkzeugbau zurück an den Stammsitz

Von Heiko Fritze

Läpple schließt sein Werk in Carlow
Vor dem Aus: Die Heilbronner Läpple AG gibt ihr Werk Carlow in Irland auf. Die Fertigung wird ins Stammwerk und nach Teublitz verlagert. 140 Beschäftigte verlieren ihre Jobs.Foto: Läpple

Heilbronn - Der Heilbronner Autozulieferer Läpple AG schließt nach 33 Jahren sein Werk in Carlow in Irland. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Die letzten 140 von einst 350 Mitarbeitern verlieren dadurch ihre Jobs. Der Werkzeugbau wird nach Heilbronn verlagert, während die Blechteilfertigung ins Werk Teublitz bei Regensburg vergeben wird.

Hauptgründe für die Schließung seien die nicht ausreichende Qualität sowie die hohen Kosten in Irland, erläutert Vorstandssprecher Wolf-Peter Graeser. Im Werkzeugbau lieferten die Heilbronner Mitarbeiter bessere Produkte und könnten dank Zugeständnissen bei Arbeitszeit und Löhnen auch preislich mithalten. Für die Werkzeugbausparte am Stammsitz, in der in den vergangenen Jahren zweimal Stellen gestrichen wurden, bedeute die Verlagerung eine Sicherung des Standorts. Neue Stellen werden dadurch allerdings keine geschaffen, sagte Graeser. Lediglich in Teublitz entstehen dadurch neue Arbeitsplätze.

Kein Markt Das Werk in Carlow war 1974 gegründet worden. Von dort wurden zuletzt vor allem Autohersteller in den USA und Großbritannien mit Werkzeugen und Blechteilen beliefert, der jährliche Umsatz betrug zwischen 20 und 30 Millionen Euro, berichtet Graeser. Der Werkzeugbau machte davon 15 bis 22 Millionen Euro aus. „Wir gehen davon aus, dass dieses Volumen künftig in Heilbronn hereingeholt wird“, sagte er. Blechteile für die Kunden in den USA werden künftig im neuen Presswerk in Spartanburg in South Carolina produziert, die Werkzeuge für dieses Werk kommen bereits aus Heilbronn. „Es war ohnehin zuletzt sehr schwer, noch Aufträge für Carlow zu bekommen“, berichtet der Vorstand weiter. „Wir haben nun einmal keinen Markt für solche Produkte in Irland selbst.“ Im Frühjahr hatte Läpple das Werksgelände bereits verkauft.

Die Kostenvorteile der grünen Insel gehören immer mehr der Vergangenheit an - weshalb zuletzt ausländische Firmen eher Stellen abbauten als neue schufen (siehe Kasten). „Der Boom wurde überzogen“, meint auch Graeser. Die Lohnforderungen seien zuletzt zu hoch gewesen, während die irische Regierung die Steuervergünstigungen zurückgefahren habe. Da schauten sich viele Konzerne lieber nach günstigeren Standorten um.