Läpple verkauft Werke in Südafrika und Möckmühl (02.12.2009)

Heilbronn - Die Läpple AG hat ihre Werke in Südafrika sowie den Bereich Formenbau in Möckmühl-Züttlingen verkauft. Ob zukünftig noch Stellen abgebaut werden, ist derzeit ungewiss.

Von Werner Tewes


Heilbronn - Die Einschnitte sind massiv: Die Läpple AG hat ihre Werke in Südafrika und den Bereich Formenbau in Möckmühl-Züttlingen verkauft. Damit verliert der Heilbronner Automobilzulieferer sämtliche ausländischen Produktionsstandorte, die Mitarbeiterzahl der Läpple-Gruppe reduziert sich um rund 590 auf knapp 2400. Ziel der Verkäufe sei es, sich auf die Kernbereiche Werkzeugbau, Produktionsanlagenbau und Blechteilefertigung zu konzentrieren, sagt der Vorstandsvorsitzende der Läpple AG, Daniel Böhmer, und ergänzt: „Dank der Transaktionen stehen wir wesentlich stabiler da als am Jahresanfang“. Über die Kaufpreise ist nichts bekannt.

Beschäftigte wechseln

Die Verträge sehen vor, dass die betroffenen Beschäftigten zunächst vollzählig von den neuen Eigentümern übernommen werden. In Südafrika wechseln 500 Läpple-Mitarbeiter zum italienischen Autozulieferer Magnetto. Die 90 Beschäftigten in Möckmühl werden künftig für die portugiesische Firma Planfuro arbeiten. Beide Unternehmen gelten in ihren Bereichen als Spezialisten mit weit verzweigten Geschäftsbeziehungen. Läpple-Vorstandschef Böhmer betont, dass man mit den neuen Besitzern „die beste Lösung“ gefunden habe.

Detaillierte Pläne von Planfuro und Magnetto über die Zukunft der verkauften Werke existieren allerdings noch nicht. Dass alle 90 Beschäftigten im erst 2007 für mehr als zehn Millionen Euro errichteten Werk in Möckmühl auf Dauer gehalten werden können, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Insider berichten von dramatischen Auftragsrückgängen im Formenbauwerk seit Anfang dieses Jahres. Teilweise hätten die Maschinen ganz stillgestanden, heißt es. Die Produktionskosten seien deutlich höher als beim Wetttbewerber gewesen.

Langfristige Strategie

Der Verkauf der Werke in Südafrika hingegen ist nach Läpple-Angaben ein strategischer Schritt, der bereits länger geplant war. Anders als in vielen anderen Bereichen hat sich die Tochterfirma in Südafrika trotz der Automobilkrise relativ stabil gehalten. Die Umsatzrückgänge lagen deutlich unter dem Branchenschnitt bei zuletzt rund zehn Prozent. Der Verkauf der Werke soll dem Unternehmen helfen, die Finanzlage zu stabilisieren.

Die Eigentümerwechsel seien „eine große Chance“, dass es wieder bergauf gehe für die betroffenen Werke, heißt es derweil von Arbeitnehmervertretern. Jürgen Ergenzinger, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm, spricht allerdings auch von einer „Kette von Managementfehlern“, die zu den jetzigen Schritten geführt hätte. „Die Läpple-Gruppe befindet sich seit vier Jahren im Sinkflug“, so Ergenzinger weiter.

Ob das Unternehmen weitere Verkäufe plant, bleibt indes offen. Laut Vorstand ist der Umstrukturierungsprozess „im Wesentlichen“ abgeschlossen. An den angekündigten Personalabbauplänen für den Standort Heilbronn hält das Management trotz der Verkäufe jedoch fest.

Geschichte

Seit 1971 ist Läpple in Südafrika mit einer eigenen Tochter vertreten. Das Unternehmen beschäftigte in dem Land an zwei Standorten rund 500 Mitarbeiter. Der Formenbau wiederum ist 2007 in Möckmühl-Züttlingen konzentriert worden. Mehr als zehn Millionen Euro hatte das Unternehmen seinerzeit in den Bau des dortigen Werkes investiert.