Kaufland nimmt Knorr wieder ins Sortiment auf

Heilbronn  Das Handelsunternehmen und der Konsumgütergigant Unilever einigen sich nach langem Streit auf neuen Preiskonditionen.

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Das Neckarsulmer Handelsunternehmen Kaufland wollte die geforderten Preiserhöhungen nicht hinnehmen und hatte die Geschäftsbeziehung mit dem Knorr-Hersteller beendet. Foto: Arvhiv/HSt

Ein knappes Jahr und einen Wechsel im Kaufland-Management hat es gebraucht, bis sich die Knorr-Mutter Unilever und das Neckarsulmer Handelsunternehmen auf neue Konditionen verständigt haben. Noch vor Weihnachten werden die ersten Knorr-Produkte wieder in den Regalen stehen, sagte ein Kaufland-Sprecher. Das wurde pünktlich zur für Samstag geplanten Kundgebung für den Erhalt des Heilbronner Knorr-Standorts bekannt, der wie berichtet in seiner Existenz gefährdet ist. Die internationale Kaufland-Zentrale und das Suppenwerk trennen nur wenige hundert Meter.

Die ersten Unilever-Produkte werden bereits ab Ende November wieder eingelistet, bestätigte der Sprecher eine entsprechende Meldung der „Lebensmittelzeitung“. Bis das Unilever-Sortiment in den Filialen wieder vollständig ist, wird es aber einige Zeit  dauern. „Bis Ende Januar werden wir das Unilever-Sortiment wieder komplett aufbauen“, sagt der Sprecher.

Bei Unilever in Hamburg hört sich das etwas vorsichtiger an: „Unsere Produkte und Marken zukünftig wieder umfangreicher bei Kaufland verfügbar sein.“ Mit einem Jahresumsatz von zuletzt 22,6 Milliarden Euro zählt Kaufland zu den Großen seiner Branche in Europa. In Deutschland erwirtschafte das Unternehmen etwa zwei Prozent seines Umsatzes mit Unilever-Produkten, hieß es damals. 

Auslistung stellte Kaufland vor keine Probleme 

Kaufland hatte nach einem mehr als sechs Monate dauernden und mit harten Bandagen ausgefochtenen Streit um Preise und Konditionen kurz vor Weihnachten 2018 die Reißleine gezogen und die Marken der Knorr-Mutter öffentlichkeitswirksam fast vollständig ausgelistet - auch im Ausland. Von „drastischen Preiserhöhungen“ und „einseitigen Änderungen der Geschäftsbedingungen“ war damals die Rede. Neben den Trockensuppen aus Heilbronn waren auch Produkte von Mondamin, Pfanni, Bertolli, Unox, Lipton, Ben & Jerry’s, Langnese, Magnum, Coral, Viss, Domestos, Dove, Rexona, Duschdas, Signal sowie Axe betroffen.

Wie die Kunden darauf reagierten? „Wie man anhand der aktuellen Marktzahlen sehen kann, konnten wir die Auslistung sehr gut kompensieren“, heißt es dazu bei Kaufland. Lediglich einige wenige Eiscreme-Produkte hatte der Händler im Sortiment gelassen. Beim Schwesterunternehmen Lidl gab es in den vergangenen Monaten allerdings auffallend viele Knorr-Aktionen.

Keine Details zur Verhandlung

Pünktlich zum Festgeschäft herrscht bei den Unternehmen nun Freude über die erzielte Einigung. „Beide Seiten können den Konsumenten wieder in den Mittelpunkt der Geschäftsbeziehung stellen“, teilt Unilever mit. Wer sich nach den monatelangen Verhandlungen an welcher Stelle mit seinen Forderungen durchgesetzt hat, bleibt das Geheimnis der Firmen. „Zu vertraulichen Vereinbarungen mit unseren Handelspartnern äußern wir uns grundsätzlich nicht“, erklärt der Unilever-Sprecher. Andere Lieferanten würden unter der Einigung nur begrenzt zu leiden haben, lässt Kaufland verlauten: Für die Unilever-Marken  würden „einige wenige Alternativprodukte“ aus dem Sortiment genommen. 

 

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Manfred Stockburger

Manfred Stockburger

Chefkorrespondent Wirtschaft

Manfred Stockburger beschäftigt sich seit 1997 intensiv mit der Wirtschaft in Heilbronn-Franken und darüber hinaus. Die rasante Veränderung der Autobranche und des Lebensmittelhandels interessiert ihn besonders, außerdem die Entwicklung der Firmen in Hohenlohe.

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