IHK trennt sich von Geschäftsführer Armin Behringer

Heilbronn - Die IHK Heilbronn-Franken trennt sich von ihrem Geschäftsführer Armin Behringer. "Er ist nicht mehr hier", bestätigte Kammer-Sprecher Detlef Schulz-Kuhnt auf Stimme -Anfrage. Die Zusammenarbeit mit Hauptgeschäftsführerin Elke Schweig habe nicht gepasst.

Armin Behringer war seit vielen Jahren in der Kammer für die Bereiche Recht und Steuern zuständig. Foto: Archiv/Seidel
Heilbronn - Die IHK Heilbronn-Franken hat sich von ihrem Geschäftsführer und Justiziar Armin Behringer getrennt. „Wir haben ein Jahr lang versucht, einen gemeinsamen Weg zu finden. Das ist uns nicht gelungen“, begründet Hauptgeschäftsführerin Elke Schweig den Schritt. Für Behringer kam das Ansinnen seiner Chefin hingegen „aus heiterem Himmel und völlig überraschend“, wie der 52-jährige Rechtsanwalt der Heilbronner Stimme sagt: „Es gab weit und breit keinen Kündigungsgrund, keine Abmahnung, noch sonst einen Grund.“

Aufhebungsvertrag

Er habe einen Aufhebungsvertrag unterschrieben, „weil man auch nach 22 guten Jahren nicht ernsthaft weitermachen wollen kann, wenn die Chefin nicht hinter einem steht.“ Seine Mitarbeiter seien sich beim Abschied heulend in den Armen gelegen, sagt Behringer. „Dann kann man nicht viel verkehrt gemacht haben.“

Für Schweig, die ebenfalls betont, das sich der Geschäftsführer nichts zu schulden habe kommen lassen, ist die Trennung „ein normaler Vorgang“. Wenn man etwas verändert, „dann gibt es Prozesse und Personen, die den Weg nicht mitgehen können“. Auch sie habe die Entscheidung viel Kraft gekostet.

„Wir haben beide gewusst: Es hat keinen Sinn“, so Schweig. Ein Justitiar spiele in einer so großen Organisation wie der IHK aber eine zentrale Rolle, „mit dem muss man als Hauptgeschäftsführerin eins zu eins zusammenarbeiten“.

In Schweigs Büro hängt ein Paar rote Boxhandschuhe. „Ich erwarte etwas anderes als mein Vorgänger“, sagt sie. „Die Mitarbeiter müssen IHK-weit denken und als Team arbeiten.“ Behringer ist der dritte Mitarbeiter, von dem sich Schweig in den vergangenen Monaten getrennt hat – der erste war Pressesprecher Achim Ühlin.

Behringer war auch schon unter dem ehemaligen Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger dafür bekannt, dass er in internen Diskussionen kritische Punkte offen ansprach und nicht unter den Teppich kehrte. Der vierfache Familienvater galt als Experte in Satzungsfragen und möglichen Konflikten mit dem IHK-Gesetz. Auch über die Region hinaus hat sich der Kirchardter einen Namen gemacht, etwa als Mitglied in der Kommission für Kammerrecht der Dachorganisation DIHK. Als Chef des Dientleistungszentrums war er zudem zuständig für die Betreuung der IHK-Mitgliedsfirmen in Alltagsfragen. Zuletzt war Behringer unter anderem mit der Organisation der IHK-Wahl betraut.

Nachfolge

Kommissarisch übernehmen Elke Schweig selbst und ihr Stellvertreter Helmut Kessler die Aufgaben Behringers. Bei einer Sondersitzung des Präsidiums sollen die Weichen für die Nachfolge gestellt werden. Ruhig, aber schnell und überlegt, so hat sich Schweig vorgenommen, soll dieser Prozess vonstatten gehen. Der IHK-Geschäftsführung gehören außerdem Renate Rabe (Bildung) und Peter Schweiker (Netzwerke) an.


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