Georg Kohl wächst wieder

Umsatzplus im Stammhaus - Funkchips gewinnen an Bedeutung

Von Manfred Stockburger
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Die Brackenheimer Druckerei Georg Kohl blickt auf ein gutes Jahr zurück: Nach einigen Jahren Pause wurde wieder die Mitarbeiterbeteiligung gezahlt.

Foto: Georg Kohl

Die Georg-Kohl-Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr (31. August) einen Umsatz in Höhe von 65,9 Millionen Euro erwirtschaftet. Den größten Teil des Umsatzes machte das Brackenheimer Stammhaus, dessen Umsatz um 7,1 Prozent auf 56,4 Millionen Euro gewachsen ist. Damit ist nicht nur das Umsatzminus aus dem Geschäftsjahr 2004/2005 wieder ausgeglichen - auch beim Ergebnis hat der Drucker nach mehreren Jahren Pause wieder die Drei-Prozent-Marke bei der Nachsteuerrendite übertroffen, was bei den Brackenheimern die Zahlung einer Mitarbeiterbeteiligung auslöst.

Schwarze Zahlen haben auch die Schwesterfirmen Scrypt-On und Direkt-Com geschrieben, so dass der geschäftsführende Gesellschafter Carl Michael Nägele insgesamt auf ein erfolgreiches Jahr zurückblickt. Die Mitarbeiterzahl der Gruppe lag Ende August bei 538 Beschäftigten.

Das Wachstum des Stammhauses basierte vor allem auf dem Geschäft mit Kunden aus der Finanz- und Telekommunikationsbranche. Obwohl der elektronische Dokumentenversand, den die Brackenheimer über die Tochter Scrypt-On abwickeln, an Bedeutung gewinnt, verschickte das Unternehmen für seine Kunden auch mehr als 160 Millionen Rechnungen und Kontoauszüge, was mehreren hundert Millionen DIN-A4-Seiten entspricht.

An Bedeutung gewinnt für Georg Kohl daneben das Geschäftsfeld RFID. Durch die Erfolge mit den fälschungssicheren WM-Tickets fühlt sich Nägele in seinen Investitionen in die Funkchip-Technologie bestätigt: „Wir gehen davon aus, dass sich diese Märkte positiv entwickeln werden, und treiben deshalb diese Zukunftstechnologie weiter voran.“

Neue Firma Investitionen gab es aber auch in den klassischen Offsetdruck: „Wir haben alle unsere Standbeine so verstärkt, dass wir unsere Position als Technologieführer ausbauen konnten.“ Auch im laufenden Geschäftsjahr möchte das Unternehmen seine Marktposition im Bereich des Dokumentenversands weiter ausbauen. Mit dieser Strategie sieht sich Georg Kohl trotz des nach wie vor sehr hohen Preisdrucks vor allem im Bereich des traditionellen Offsetdrucks weiterhin „gut gerüstet“.

Weniger gut als beim Brackenheimer Stammhaus waren die Zahlen bei der Mertinger Tochterfirma Direkt-Com, die für die Konzeption und den Druck von Werbebriefen zuständig ist. Sie habe durch den harten Preiskampf auch im Markt der Direktwerbung ihre Umsatz- und Ertragsziele nicht erreicht. Besser sieht es bei der Ludwigsburger Tochter Scrypt-On aus, die für die Kohl-Kunden Dienstleistungen wie Online-Rechnungen anbietet und dafür deutschlandweit drei Rechenzentren unterhält.

Anfang Februar hat sich die Firmengruppe um ein weiteres Unternehmen vergrößert: Die neue Auto ID Systems GmbH kümmert sich um die so genannte RF-Box - einen Empfänger, der die von Funketiketten gesendeten Daten an Warenwirtschaftssysteme wie SAP oder Baan weiterleiten kann. „Damit werden wir im Markt für RFID-Anwendungen zum Systemanbieter“, erklärt Nägele. Das Software-Knowhow habe der Miteigentümer Michael Groß in die neue Firma eingebracht.


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