Am Stammsitz kräftig aufgestockt

Der Steckverbinderhersteller Franz Binder beschäftigt nun in Neckarsulm mehr als 500 Mitarbeiter

Von Heiko Fritze
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Filigrane Arbeit: Bei Franz Binder werden Steckverbinder für verschiedene Branchen hergestellt. Am Stammsitz wuchs die Belegschaft um 70 auf 503.Foto: privat

Neckarsulm - Die magische 500 bei der Mitarbeiterzahl am Stammsitz ist geknackt, und der Umsatz legt weiter zu: Beim Steckverbinderhersteller Franz Binder stehen die Zeichen auf Wachstum. Das 1960 gegründete Unternehmen hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 19,6 Prozent auf 110 Millionen Euro gesteigert. Davon entfielen alleine 60 Millionen Euro auf Neckarsulm. Und Juniorchef Marcus Binder hat ehrgeizige Pläne: Bis 2015 sollen daraus 100 Millionen werden.

Das Wachstum hält in diesem Jahr jedenfalls an, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß wie zuletzt. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um etwa acht Prozent zu, berichtet Binder. Vor allem Stecker für den Maschinenbau und Automationstechnik liefen derzeit sehr gut, weitere neue Geschäftsbereiche würden erschlossen.

Einen Rückschlag galt es allerdings am ungarischen Standort zu verkraften, wo Blenden für Autoradios und Navigationssysteme hergestellt werden. Der Preisdruck sei zu groß gewesen, so dass Aufträge verloren gingen, berichtet der kaufmännische Leiter Siegbert Vollert. Ein Werk sei daraufhin geschlossen worden, die Zahl der Mitarbeiter sank von 560 auf 370, so dass in der gesamten Gruppe nun noch 1200 Mitarbeiter nach 1300 im Vorjahr beschäftigt sind. Andererseits seien auch dort neue, große Aufträge hinzugekommen - und Seniorchef Franz Binder gibt die Devise aus: „Wir wollen uns breiter streuen.“

Neu hinzugekommen ist im vergangenen Jahr ein kleiner Standort in China. Dort werden Teile für den südostasiatischen Markt produziert mit derzeit 15 Mitarbeitern. Ohnehin will das Familienunternehmen den Exportanteil in den nächsten Jahren steigern - derzeit liegt er bei gerade mal 30 Prozent. „Da muss sich ändern“, sagt Marcus Binder. Sein Vater sieht darin die Hauptaufgabe für die nächsten Jahre, mahnt aber: „Überstürzen wollen wir nichts. Es kommen auch wieder schlechte Zeiten, für die man sich wappnen muss.“

Dafür investiert das Unternehmen in seine Werke. In Neckarsulm wurden im vergangen Jahr 1,6 Millionen Euro für neue Anlagen ausgegeben, in diesem Jahr werden es sogar 2,3 Millionen sein. Vor allem in das Labor und Messtechnik werde investiert, sagt Marcus Binder.

Zur Binder-Gruppe zählen neben Neckarsulm Standorte in Süddeutschland, der Schweiz, Österreich und Ungarn. Das Unternehmen hat sich auf Rundstecker spezialisiert und dort vor allem auf Kleinserien. 12 000 einzelne Fertigteile sowie 7400 Katalogartikel sind derzeit gelistet. Die Fertigungstiefe ist hoch: Metallteile werden im Schweizer Werk produziert, Stanzteile kommen aus Füssen. Weitere Werke gibt es bei Wien, in Ungarn und nun auch in China.


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