Kommentar zu Audi: Ehrgeizige Ziele

Region  Der Autobauer Audi will zügig zurück in die Erfolgsspur. Dafür muss das Unternehmen Marktanteile gewinnen, kommentiert Alexander Schnell.

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Die Nachrichten aus der Automobilbranche sind in Zeiten von Corona alles andere als verheißungsvoll. Ob Hersteller oder Zulieferer: Absatz, Umsatz und Gewinn gehen stark zurück. Außerhalb von China springen die Märkte nur schwach oder gar nicht an. Audi zeichnet für die mittelfristige Zukunft ein anderes Bild. Der neue Vorstandsvorsitzende Markus Duesmann geht in den nächsten drei Jahren von einem rasanten Aufschwung aus.

Die ausgegebenen Ziele sind sehr ehrgeizig. Zahlreiche neue Modelle sind das eine, sie müssen aber alle erst einmal Käufer finden. Zumal die Elektromobilität zunächst eine Wette auf die Zukunft bleibt. Keiner vermag vorauszusagen, in welcher Größenordnung sich die lautlosen Stromer in den nächsten Jahren verkaufen lassen.

Dazu kommt: Das Unternehmen verdient mit klassischen Verbrennungsmotoren im Moment noch ein Vielfaches dessen, was es mit dem Elektroantrieb verdient. Wann dreht sich die Nachfrage auf den Märkten nachhaltig? Vieles bleibt vorläufig unklar.

So oder so: Die Märkte wachsen nicht ins Unendliche. Um selbst zu wachsen, muss Audi in erster Linie Marktanteile von seinen direkten Wettbewerbern BMW und Mercedes erobern. Der Gewinn muss deutlich steigen, um die enorm hohen Kosten für Elektromobilität und Digitalisierung zu schultern.

 


Alexander Schnell

Alexander Schnell

Ressortleiter Leben und Freizeit

Alexander Schnell leitet seit 1. Juni 2006 das Ressort Leben und Freizeit und ist damit für alle Sonderveröffentlichungen des Medienunternehmens zuständig. Dazu gehören unter anderem auch das Wochenendmagazin Freizeit und die Autostimme. Ein Spezialgebiet des gebürtigen Heilbronners sind alle Themen rund ums Auto und Mobilität. Darüber hinaus ist Schnell Mitglied der Chefredaktion.

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