EnBW-Kraftwerke bleiben systemrelevant

Heilbronn  Eigentlich wollte die EnBW neun Kraftwerksblöcke abschalten, darunter auch zwei in Heilbronn. Das hätte jedoch die Stromversorgung gefährdet. Und dies meint die Bundesnetzagentur auch weiterhin.

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Blick auf den Kanalhafen in Heilbronn mit dem EnBW-Kraftwerk. Foto: Andreas Gugau

Die EnBW darf ihre neun älteren Kraftwerksblöcke auch weiterhin nicht außer Betrieb nehmen. Die Bundesnetzagentur hat die Anlagen bis Ende März 2023 für systemrelevant erklärt. Das betrifft die Kraftwerke Walheim und Marbach mit je zwei Blöcken, die Blöcke 5 und 6 am Kohlekraftwerk Heilbronn, den Block 4 beim Kraftwerk Karlsruhe sowie das Kohlekraftwerk Altbach-Deizisau.

Zusammen 1,7 Gigawatt

Bislang waren diese Blöcke vom Netzbetreiber Transnet-BW bis Ende März 2021 als systemrelevant eingestuft, also für eine sichere Stromversorgung unverzichtbar. Im Januar war ein Verlängerungsantrag gestellt worden. Die Blöcke kommen zusammen auf eine Netto-Nennleistung von 1,7 Gigawatt.

Die neun Kraftwerksblöcke sollen bei Bedarf Stromlücken stopfen

Für die Kraftwerke bedeutet dies aber nur, dass sie bei Bedarf hinzugeschaltet werden, wenn also zum Beispiel zu wenig Strom aus Atomkraft, den übrigen Kohlekraftwerken oder erneuerbaren Energien zur Verfügung steht. Dies ist nur an wenigen Tagen im Jahr der Fall. Aber dafür müssen die Anlagen instand gehalten werden. Wesentliche Änderungen an diesen Grundlagen sind erst zu erwarten, wenn alle großen Stromleitungen von Nord- nach Süddeutschland verlegt sind. Für das Projekt Südlink, das in Leingarten enden soll, fehlt aber immer noch für vier von fünf Abschnitten die Planfeststellung und somit der exakte Verlauf. Andererseits wird Ende 2022 mit GKN 2 in Neckarwestheim das letzte deutsche Atomkraftwerk abgeschaltet.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

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